Neue Sorte kommt gut an – und eine alte Sorte ist immer beliebter

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Die Snack-Möhren als kleine gesunde Zwischenmahlzeit und die bunten Möhren haben sich bei den Handelspartnern und den Endverbrauchern etabliert, schildert Mario Brocker, einer der Geschäftsführer von „Brocker Möhren“

„Die Verbraucher haben die neue Snack-Möhrensorte gut angenommen – sie wollen gesundes Essen auch als Snack“ – fasst Mario Brocker, einer der Geschäftsführer von „Brocker Möhren“ aus Schiefbahn, die Ergebnisse der ersten Anbau-Saison der neuen, extra kleinen Möhren zusammen.

Das Unternehmen hat die 2015 noch als Versuchssorte eingesetzte „Mokum F1“ in diesem Jahr während der ganzen Saison auf insgesamt 18 Hektar angebaut, gerodet und an die langjährigen Handelspartner geliefert. Die „Snack-Möhren“ haben einen durchschnittlichen Durchmesser von drei Zentimeter, sind etwa zehn bis zwölf Zentimeter lang und süßer im Geschmack. Sie werden ungeschält als Snack – in der Regel mit einem Dip – gegessen. Die Anbaumethode ist anders als die der herkömmlichen großen Möhrensorten: Sie werden in einer Saatdichte von 4 Millionen Saatkörnern / Hektar und nur auf leichten, sandigen Böden ausgesät – im Kreis Viersen vor allem rund um Brüggen und Kempen. Weil sie gezielt nur als kleine Möhren in den Handel gelangen sollen, wird ihre Wachstumszeit „abgekürzt“: Sie bleiben nach der Aussaat nur zwischen zehn und sieben Wochen im Boden und werden dann gerodet. „Wir haben mit der Aussaat am 26. Februar begonnen und wöchentlich eine weitere Fläche eingesät. Die frühen Flächen benötigen wegen der Frühjahres-Kälte die etwas längere Wachstumszeit“, erklärt Brocker. Die Snack-Möhren werden direkt nach der Ernte gewaschen, in 200 gr. Beutel verpackt und ausgeliefert. Die Mokum F1 war bisher vor allem in Dänemark stark verbreitet und ist „südlich gewandert“.

Auch in anderen Bereichen haben Brocker Möhren und die Handelspartner neue Angebote für die Verbraucher entwickelt. Der ebenfalls 2015 getestete „Möhren-Mix“ aus mehreren bewährten Sorten hat sich etabliert: eine 750 gr. Schale mit Möhren dreier verschiedener Sorten – klassisch orangefarbene Sorten, „Creme de lite“ und Möhre Violett (zweifarbige Möhre mit äußerem lila Rand und orangefarbenem Kern). „Die Möhre Violett ist eine Kreuzung moderner Möhrensorten mit einer uralten Möhrensorte. Solche Sorten waren bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich“, beschreibt Mario Brocker. Damit entsprechen die Landwirte den Verbraucher-Wünschen: Bei vielen Gemüse-Arten werden die alten Sorten „wieder entdeckt. Die Verbraucher sind probierfreudiger und lernen so neue Sorten kennen“.

Die Eigenschaften der Möhren sind unterschiedlich: Die Möhre Violett ist süßer im Geschmack, im frischen Zustand saftiger und hat einen hohen Anthocyan-Gehalt aus – dieser Stoff bindet u.a. im menschlichen Körper freie Radikale. Ebenso sollen Anthocyane die Sehvorgänge verbessern, entzündungshemmend und gefäßschützend wirken. Die knackigen „Crème de Lite“ haben ein mildes, süßes Aroma. Diese Möhrensorte enthält viel Lutein – ein Stoff, der im Auge das kurzwellige Licht filtert und wie eine natürliche Sonnenbrille die empfindlichen Sehzellen schützt. Im Alter nimmt der Lutein–Gehalt im Auge bei vielen Menschen ab, was zu Sehstörungen führen kann.

Nach den Testphasen der vergangenen Jahre für beide Sorten baut Brocker Möhren sie heute jeweils auf rund vier Hektar an – je zur Hälfte für eine frühe und eine spätere Ernte. „Insgesamt sind die Entwicklungen bei unseren Handelspartnern und den Verbrauchern sehr gut angenommen worden“, so Brocker.