Bundesjugendballett tanzt mit den „besonderen Kindern“ des TV Schiefbahn

TV Schiefbahn Bundesjugendballett

„Unsere Kinder waren wieder begeistert von dem Training mit den Tanz-Profis, die extra für diesen Tag aus Hamburg nach Schiefbahn gekommen waren“ – Stephan Adomeitis, Betreuer der Integrativen Gruppen des TV Schiefbahn, freut sich über diese zweite Aktion mit dem Bundesjugendballett aus Hamburg.

Die jungen Profi -Tänzer hatten unter Leitung von Johann Stegli (organisatorischer Leiter) und Raymond Hilbert (Choreograph) mit 32 behinderten und nicht-behinderten Kindern einen Tag lang eine Tanz-Vorführung einstudiert und zum Abschluss des Tages den Familien vorgeführt.

Das Training war für beide Seiten eine spannende Angelegenheit: „Wir haben hier eine sehr gemischte Gruppe mit sehr unterschiedlichen geistigen und körperlichen Behinderungen – oder eben auch gar keinen Einschränkungen. Es geht uns darum, in der Gruppe alle in eine Einheit mit den Tänzern und über die Körper in Bewegung zu bringen“, schilderte Raymond Hilbert das Konzept für das Training. Dazu gehe es darum, Vertrauen und Respekt aufzubringen. Diese Gruppe der Kinder und Jugendlichen habe ein sehr großes Bedürfnis nach Körperkontakt und Aufmerksamkeit. Mit den Tänzern übten die Kinder zuerst verschiedene Bewegungen wie Krabbeln, Rollen, Springen und dann die Schaff ung von rhythmischen Strukturen in der Improvisation.

So wurden etwa tänzerisch Bewegung und Laute eines Pferdes nachgeahmt – um nur ein Tanzelement zu nennen. „Wir haben zwei Kinder dabei, die fast blind sind. Andere haben das Down-Syndrom, sind Spastiker oder haben Epilepsie. Was die heute leisten, ist großartig“, meinte Stephan Adomeitis – denn in nur einem Tag studierten sie mit den Tänzern eine etwa 45 Minuten dauernde Vorführung mit den unterschiedlichsten Elementen ein. Nur ein Beispiel: Eines der Mädchen mit einem Down-Syndrom überzeugte nicht nur mit einer fantastischen Stimme, sondern erwies sich im Zusammenspiel mit dem Profi Ricarco Uribe auch als Naturtalent in Sachen Beatboxen…

Für Raymond Hilbert hatte der Tag aber auch einen großen Eff ekt auf die Tänzer: „Die Profi -Tänzer werden sich bewusst, wie wichtig es ist, dass der Körper gesund ist. Sie lernen, diesen Wert zu schätzen, denn tanzen ist eine körperliche Bewegung.“ Außerdem erlebten sie das Bewusstsein, dass man mit kleinen Gesten jemanden glücklich machen könne, „das ist ein Wert, der einem im Leben bleibt.“

Stephan Adomeitis war noch ein anderer Aspekt wichtig: „Wir haben hier die verschiedensten Menschen und Nationalitäten. Alles läuft friedlich und alle verstehen sich – das ist das Schöne!“ Außerdem sei dieses zweite gemeinsame Projekt ein großes Zeichen der Freundschaft zwischen dem Bundesjugendballett und dem Willicher Verein.