Geschichte erleben – die Hubertusschule in Schiefbahn

Hubertusschule 1969

Der Grund für den Bau der Hubertusschule lag in den seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig ansteigenden Schülerzahlen in Schiefbahn. Weiter beschleunigt wurde diese Entwicklung durch die Ansiedlung der Firma Deuß & Oetker im Jahre 1888. Die 1870 gebaute Volksschule am Kirchplatz war an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt, obwohl die Gemeinde zur Entlastung 1897 bereits die Schule Niederheide errichtet hatte. Mehr als 100 Schüler pro Klasse waren keine Seltenheit.

Bau der neuen Volksschule
So beschloss der Rat, die Schule „Schiefbahn Dorf“ durch eine Dependance an der Schillerstraße zu entlasten. Das nötige Grundstück erwarb die Gemeinde vom Gastwirt Tillmanns. Die Grundsteinlegung erfolgte am 07. Juni 1911. Am 01. April 1912 wurde das neue Schulgebäude eingeweiht. Anfangs hatte die Schule nur zwei Klassen. Die Leitung oblag der „Mutterschule“ am Kirchplatz.

Erweiterung nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit den dauernd steigenden Einwohnerzahlen wurde die Schule bald zu klein. Folglich beschloss der Gemeinderat, die Schule in zwei Abschnitten zu erweitern. Der erste, 1951 fertiggestellte Teil, umfasste zwei Klassenräume und eine Toilette, der zweite, 1953 vollendete, sechs Klassenräume und Nebenräume.

Am 06. März 1958 wurde diese Maßnahme mit der Einweihung des neuen Westflügels abgeschlossen. Nun zogen auch die letzten Klassen der Katholischen Volksschule an die Schillerstraße. Damit war nach 46 Jahren aus der Dependance der alleinige Standort der Schule geworden.
1960 wurde noch eine Lehrküche eingerichtet, 1962 ein Werkraum. 1965 erfolgte ein nochmaliger Umbau. Nach dem Beschluss zur Errichtung einer weiteren Volksschule an der Gartenstraße (Jahnschule) hatte die Gemeinde entschieden, einige Klassenräume zugunsten von dringend benötigten Neben räumen zu opfern.

Umbenennung in Hubertusschule
Im Oktober 1965 beschloss der Gemeinderat, die Katholische Volks schule offiziell in Hubertusschule umzubenennen. Nachdem der Stadtrat 1970 beschlossen hatte, die alte Turnhalle an der Schulstraße zur „Kulturhalle“beschlossen hatte, die alte Turnhalle an der Schulstraße zur „Kulturhalle“umzubauen, benötigte die Schule dringend ein neues Gebäude für den Sportunterricht. Die neue, 15 x 27 m große Turnhalle wurde am 20. Mai 1976 eingeweiht. Die Baukosten betrugen knapp 900.000 Mark, wobei das Land einen Zuschuss von rund 500.000 Mark leistete. Eine – aus Sicht der Schule notwendige –Erweiterung lehnte der Regierungspräsident zu diesem Zeitpunkt ab.
Seit 1995 wird in der Schule pro Jahrgang eine integrative Klasse eingerichtet.Dort werden behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet.

Nochmalige Erweiterung
Am 30. Oktober 1996 beschloss der Rat, die Hubertusschule auf drei Züge zu erweitern. 1998 wurde mit dem Bau des vier neue Klassenräume umfassenden Erweiterungsgebäudes begonnen, das am 10. September 1999 eingeweiht werden konnte. Die Baukosten betrugen dabei 1,4 Mio Mark. Im März 2002 erhielt die Schule eine eigene Bibliothek.Seit dem Schuljahr 2006/2007 bietet die Schule eine Offene-Ganztags-Gruppe an. Dafür wurde der der Schule angelagerte Hort aufgelöst.

Seit 2011 konnte aufgrund des Schülerrückgangs an der Hubertusschule nur noch eine Eingangsklasse gebildet werden. Seit 2011 wurde aufgrund des anstehenden Rechtsanspruchs das Betreuungsangebot für „U 3″Kinder im Stadtgebiet ausgebaut. In Schiefbahn entschieden sich Rat und Verwaltung 2012 dafür, zwei Unterrichts und einen Sanitätsraum der Hubertusschule für diesen Zweck umzubauen. Die sogenannte „Willma“ Gruppe sollte in die Trägerschaft der Katholischen Pfarrgemeinde überführt werden.

Info und Fotos wurden uns freundlicherweise vom Archivar der Stadt Willich, Udo Holzenthal zur Verfügung gestellt.