Jubiläum: 35. Festspiel-Saison in Neersen

Foto: Jan Erting

Bereits am 1. Dezember 2017 fiel der Startschuss für den Kartenvorverkauf zu den Schlossfestspielen Neersen 2018. In diesem Jahr wird das Ensemble erstmals eine Operette auf die Bühne bringen – „im weißen Rössl“ – den Operetten-Klassiker von Ralph Benatzky in der Regie von Lajos Wenzel. Die Festspiele finden vom 17. Juni bis zum 19. August 2018 statt – das Motto der 35. Spielzeit ist „FEST – SPIELE – FEIERN“. Willich erleben sprach mit Intendant Jan Bodinus.

Willich erleben: Herr Bodinus, wie ist das Motto der Festspiele zu verstehen – rein vor dem Hintergrund der Feier des Jubiläums der 35. Spielzeit hier in Neersen?

Jan Bodinus: Erst einmal feiern wir unsere Festspiele: Es ist eine beachtliche kulturelle Leistung, dass die Stadt Willich so beständig und vor allem qualitativ hochwertige Theaterkultur in all ihren Farben hier in Neersen auf die Beine stellt. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Festspiele so etabliert und stark wie nie darstellen, ist das ein Grund zum Feiern! Dann mag ich das Wortspiel einfach: FEST – SPIELE – FEIERN! Jedes Wort für sich birgt Fantasie und Leben für jede und jeden von uns.

Willich erleben: Erstmalig bringt mit Ihnen ein Intendant eine Operette als Hauptstück – Wie kamen Sie zu der Entscheidung?

Jan Bodinus: Ich wollte einfach in unserer Jubiläumssaison ein großes Stück auf die Bühne bringen, welches in allen Bereichen und Belangen verbindet. Und was funktioniert hier besser als Musik? Genau wie Charleys Tante ist dies ein Stück für Jung und Alt und funktioniert einfach auf Grund seiner ewig frischen Ausstrahlung noch immer wunderbar. Eine Komödie mit Gesang, Musik unter wunderbarem Sommerhimmel, herrlich!

Willich erleben: Warum gerade das „Weiße Rössl“?

Jan Bodinus: Das „Rössl“ funktioniert einfach zeitlos: Tolle Figuren, ein wunderbare Kulisse und jede Melodie ein Evergreen. Wir strecken uns mit dieser Produktion schon sehr, sowohl personell, technisch als auch fi nanziell, aber mit Hilfe aller Beteiligten werden wir einen großartigen Abend auf die Beine stellen. Und mit Tanja Schumann konnten wir ja einen Star engagieren, der wie gespuckt auf die Rolle der „Rösslwirtin“ passt.

Willich erleben: Welche Gründe hatten Sie für die Auswahl der beiden anderen Hauptstücke – das „Dschungelbuch“ für die Kinder und „Charleys Tante“ als zweites Abendstück?

Jan Bodinus: Das „Dschungelbuch“? Zeitlos, herrliche Charaktere und die Botschaft von ewiger Freundschaft! Ich liebe dieses Stück und bin mir sicher, die Kids und Erwachsenen werden es mir gleich tun. Und „Charleys Tante“? Ein Klassiker! Als ich mit vor ein paar Jahren mit Kalle Pohl zusammengesetzt habe und wir uns fragten, was wir uns für ein gemeinsames Projekt in Neersen vorstellen könnten, kamen wir sehr schnell auf diese unterhaltsame Komödie und ich wusste sehr bald: Kalle Pohl ist die ideale „Tante“. Hier werden die Lachmuskeln strapaziert.

Willich erleben: Blicken wir auf das begleitende Programm – immer eine etwas schwierige Frage: Welche Angebote sind aus Ihrer Sicht besonders gut oder besonders gut für Willich geeignet?

Jan Bodinus: Die Antwort ist einfach: Alle! Sonst hätte ich sie nicht ausgewählt. Wir haben neben tollen neuen Abenden in diesem Jahr auch so etwas wie ein „Best of Neersen“, in deren Rahmen wir viele erfolgreiche Abende noch einmal bringen, zu denen viele Zuschauer in den letzten Jahren leider auf Grund der großen Nachfrage keine Karten mehr bekommen haben. Hier empfehle ich: Bitte frühzeitig buchen! Wenn ich muss, hebe ich aus den neuen Projekten eines hervor: Seit Jahren möchte ich einen Hüsch-Abend veranstalten, jetzt habe ich mit Hans Joachim Henn einen tollen Hüsch-Interpreten gefunden. Hüsch gehört zum Niederrhein, Hüsch ist Niederrhein!

Willich erleben: Sie haben zum Ende der vorigen Spielzeit von „offi zieller“ Seite aus der örtlichen Politik, aber auch vom Publikum die bislang höchste Anerkennung erhalten, die einem Intendanten in Neersen ausgesprochen wurde – wie wirkt das auf Sie? Macht es nervös, spornt es an, ist es einfach nur schön…?

Jan Bodinus: Immer ein bisschen von Allem: Vor allem aber motiviert es unglaublich, weiter hart an unseren Festspielen zu arbeiten. Für Erfolg gibt es keine Garantie. Erfolg besteht zu zehn Prozent aus Inspiration und zu neunzig Prozent aus Transpiration. Denn nach den Festspielen ist vor den Festspielen und so spielen sich in meinem Kopf bereits Szenarien kommender Sommer ab. Doch erst mal zu unserer Jubiläumsspielzeit 2018, auf die ich mich unbändig freue.

Infos zu allen Stücken und zum Kartenvorverkauf auf www.festspiele-neersen.de