Obsthof Mertens: Jeder Apfelkern produziert ein Hormon

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„Bei der Apfelernte stimmen in diesem Jahr Qualität und Menge der Früchte“, formuliert Obstbaumeister Frank Mertens vom Obsthof Mertens die Bilanz der Ernte: Ende Oktober werden die letzten Früchte der späten Sorten Pinova und Braeburn von den Bäumen in den Obstplantagen gepflückt. Den Baum-Obstsorten wie Äpfeln, Birnen und Pflaumen hat der Regen, der ja im Frühling und frühen Sommer doch reichlich gefallen war, nicht geschadet, sondern das Frucht-Wachstum unterstützt. „Im September und Oktober hatten wir kalte Nächte und warme Tage, das bringt den Äpfeln eine schöne Rotfärbung und auch der Zuckergehalt in den Früchten stimmt“, so der Obstfachmann. Beliebt bei den Kunden ist zum Beispiel die Sorte Wellant, die ab dem 24. September geerntet wurde: „Das ist ein Apfel mit einem ganz eigenen Geschmack. Optisch wirkt er wie Cox oder Boskoop – hat also eher die Anmutung einer alten Apfelsorte, eine Art Retro-Apfel“, erklärt Mertens.

Er hat allerdings jetzt schon das Apfeljahr 2017 im Blick – und einen Tipp für alle, die selber einen Apfelbaum im Garten haben: Es gibt einen Grund dafür, dass die Bäume immer in einem Jahr viele Früchte tragen, im Folgejahr eher weniger: „Es liegt tatsächlich daran, wieviel Apfelkerne ein Baum verkraften muss“, so Mertens. Die Rechnung: Jeder Apfel hat zehn Kerne – Jeder Kern jedes Apfels produziert ein Hormon, dass die Anlage bzw. das Wachstum der Blüten für das Folgejahr hemmt. Daher kann jeder Apfelbaum-Besitzer den Ertrag bis zu einem gewissen Rahmen lenken: Sieht er im Frühjahr, dass die Bäume viele Blüten haben, kann ein Teil weggeätzt werden – oder er dünnt den Ertrag aus, wenn sich kleine Früchte als Ansatz zeigen. „Die Folgen des Hormon-Produktion der Kerne sind zum Beispiel beim Berlepsch sehr ausgeprägt – eine Sorte, die in unseren Plantagen in diesem Jahr sehr gut getragen hat und bei den Kunden beliebt ist“, nennt Frank Mertens ein Beispiel.