Trauer um Hans Kothen

Hans Kothen verstorben Trauer

Die Reaktion vieler war ähnlich: Die Nachricht vom Tode Hans Kothens, der in der Nacht auf Ostersonntag mit 79 Jahren gestorben ist, machte am Osterwochenende schnell die Runde; in die Trauer vieler um den weit über Partei- und Stadtgrenzen hinaus beliebten und respektierten Willicher mischte sich Anerkennung für die Haltung, mit der Hans Kothen, der an ALS, einer irreparablen und schleichend fortschreitenden Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems, gelitten hatte und auch an der heimtückischen Krankheit gestorben war, sein Schicksal bis zum Schluss er- und getragen hatte.

Bürgermeister Josef Heyes, der mit seinem CDU-Parteifreund über Jahrzehnte zusammengearbeitet hatte, bedauerte betroffen den Verlust des Weggefährten sehr, stellte aber auch darauf ab, dass nun „auch ein langes, geduldig und mit bemerkenswertem Optimismus ertragenes Leiden“ sein Ende gefunden habe: „Die Leistungen und Verdienste dieses Mannes für und um die Stadt Willich werden vielleicht erst folgende Generationen richtig einzuschätzen und zu würdigen wissen“, so Heyes: „Mit ihm verliert die Stadt einen engagierten, klugen Kopf und engagierten Mann, der sich seiner Heimat stets verpflichtet fühlte und neben anderem auch viel für die kulturelle Entwicklung Willichs geleistet hat“, so Heyes.

In der Tat war Kothen, ehemaliger Verwaltungsleiter des Willicher Katharinen-Hospitals, in Politik und Vereinsleben über Jahrzehnte quasi omnipräsent: Der gebürtige Schiefbahner, der als Verwaltungsleiter des Willicher Katharinen-Hospitals seinerzeit Neubau und Modernisierung des Hauses vorantrieb, wurde 1979 für die CDU in den Stadtrat gewählt und arbeitete dort maßgeblich – Hinterbänklertum war nie sein Ding – bis 2009. Unter anderem leitete er, seiner Passion fürs Kulturelle folgend, den Willicher Sport- und Kulturausschuss. Kothen saß 25 Jahre im Kreistag (seit 1989 Vorsitz Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Seniorenarbeit), fungierte so stilvoll wie elegant als stellvertretender Bürgermeister (1994 bis 1995 Zweiter Bürgermeister, 1999 bis 2009 Stellvertretender Bürgermeister), saß von 1980 bis 2007 dem Aufsichtsrat der Stadtwerke vor, von 1990 bis 2007 zudem dem Aufsichtsrat des Kreiswasserwerks.

Außerdem war er bis 2014 Kopf des Festspielvereins Neersen – und „nebenher“ war er in zahlreichen Ehrenämtern tätig. Die Leitung der Willicher Kolpingfamilie (1970 bis 1975, von 1976 bis 1982 Kolping-Diözesanvorsitzender) und des Bürgerbusvereins seien hier nur exemplarisch genannt. Lang ist auch die Liste der Würdigungen seines Lebenswegs und Lebenswerks: 2004 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, seit 2005 war er Ehrenringträger der Stadt Willich.