100 Jahre Halle 4 – alte Gemäuer mit moderner Nutzung

Halle4 100 Jahre
Foto: Willich erleben

Sie ist eine der größten Hallen auf dem ganzen Gelände und sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine durchdachte Planung in einem 100 Jahre alten, fast verfallenen Gebäude eine moderne Nutzung schaffen kann: Am 2. September lädt die Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich (GSG) zusammen mit der Mieter-Firma ProPipe zu einen „Jahrhundert Fest“ ein. Die Halle 4 – eines der prägenden Gebäude entlang der Wasser-Achse im Stahlwerk Becker – wird 100 Jahre alt.

Zum Jubiläum möchte Willy Kerbusch, Geschäftsführer der GSG, den Willichern in einem anderen Rahmen zeigen, was die GSG in Zusammenarbeit mit Stadt, Denkmalschutz, innovativen Architekten und Firmen in dem Areal geschaffen hat.

Von 11 bis 17 Uhr gibt es historischen Jahrmarkt mit verschiedenen Spiel- Attraktionen für Kinder und auch für Erwachsene, eine Foto-Ausstellung und die Firma ProPipe lädt zu einem Tag der offenen Tür in die Halle 4 ein. Die Besucher können die große Halle besichtigen – „aus Sicherheitsgründen allerdings nur in Gruppen und unter Führung unserer Mitarbeiter“, so Geschäftsführer Bernd Hollaender.

Aktionen für Kinder und Erwachsene
Der Jahrmarkt erstreckt sich entlang der Wasserachse vor der Halle 4: Der Willicher Schlossermeister Klaus Caris zeigt mit seinem Team alte und neue Techniken der Metallverarbeitung. Die Kinder können kostenlos auf einem historischen Dampf-Karussell fahren, es gibt Kinderschminken und Aufführungen des Dortmunder Puppentheaters. Dazu können sich die Kids bunte Luftballon-Figuren modellieren lassen. In die spielerisch-sportlichen Anfänge des 20. Jahrhunderts versetzt Rolf Flören die Besucher mit seiner „Hochrad-Fahrschule“ und seinem nostalgischen Spielplatz. Erwachsene und ältere Kinder können sich von ihm und seinem Team in die Kunst des Hochrad-Fahrens einweisen lassen und einen „Hochrad-Führerschein“ machen. Für die kleineren Besucher gibt es die altersentsprechende Mobilität auf verschiedenen Dreirädern und anderem Kinderspielzeug.

Wichtig ist: Die Aktivitäten für Kinder und Erwachsene sind alle kostenlos – die GSG hat die Attraktionen organisiert.

Dazu hat Kerbusch Silke von Patay, die seit zehn Jahren die Ausstattung für die Schlossfestspiele Neersen entwickelt, in die Vorbereitungen einbezogen: Sie hat eine Foto-Wand mit zwei Muskelmännern im Stil um 1900 gestaltet: Diese Foto-Wand mit den Aussparungen für den Kopf bietet allen Handy-Fotografen ein besonderes Motiv. Außerdem hat die Künstlerin Hinweisschilder und Banner gestaltet, um das historische Ambiente zu verstärken. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Es gibt Bratwürstchen, Crêpes und Kaffee, kalte Getränke, Wein und Bier.
Im Gründerzentrum können sich die Besucher über die Geschichte des früheren Stahlwerks und der späteren britischen Kaserne informieren: Stadtarchivar Udo Holzenthal entwickelt eine Foto-Ausstellung mit Bildern der verschiedenen Epochen, der unterschiedlichen Nutzung und der letztlichen Umwandlung in ein denkmalgeschütztes Industrie-Gebiet.

ProPipe in der Halle 4
Die Halle 4 hatte nach dem Rückkauf des Areals Stahlwerk Becker durch die Stadt Willich fast ein Jahrzehnt leergestanden – sie hatte erheblichen Sanierungsbedarf. Nachdem alle Versuche der GSG die Halle zu verkaufen aufgrund der Altlastensituation gescheitert waren, hatten sich die Verantwortlichen entschlossen, nach einer konkreten Mietanfrage der ProPipe GmbH die Gebäude-Sanierung selbst in die Hände zu nehmen. Seit der Fertigstellung ist die Halle 4 an die Firma ProPipe vermietet, die Nebenhalle wird von der Firam GSTS genutzt. Eigentlich hatte das Unternehmen ProPipe, das aus Duisburg stammt, eine Ansiedlung in Krefeld geplant. Diese war kurzfristig geplatzt und die Geschäftsführung hatte über ein Partner-Unternehmen von der Halle 4 erfahren. Dank des Einsatzes der Willicher Wirtschaftsförderung kam es kurzfristig zu einer vertraglichen Übereinkunft und so entstand die heutige Nutzung.

„Wir möchten mit dem Fest der Willicher Bevölkerung zeigen, was GSG, Stadt Willich, Lokalpolitik und Unternehmen hier erreicht haben. Viele Bürger kennen den heutigen Stand der Vermarktung und das Ambiente des Areals nicht und wissen überhaupt nicht, dass wir hier ein Muster-Beispiel für eine neue Nutzung einer sog. Konversionsfläche entwickelt haben“, ist Kerbusch auf das Erreichte stolz.