50 Jahre Malermeister: Josef Mertens erhält Goldenen Meisterbrief

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Den Goldenen Meisterbrief nahm Josef Mertens (l.) von Ingo Pawlowski (r.), Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Niederrhein, und dessen Stellvertreter Manfred Göppert entgegen. Foto: Kreishandwerkerschaft

50 Jahre Malermeister: Dieses besondere Jubiläum feierte Josef Mertens aus Willich im Kreise vieler Weggefährten. Er erhielt den Goldenen Meisterbrief.

Obermeister Ingo Pawlowski von der Maler- und Lackiererinnung Niederrhein und sein Stellvertreter Manfred Göppert überreichten die Auszeichnung in der Überbetrieblichen Lehrwerkstatt in Willich, mit der Josef Mertens sehr verbunden ist: „Er hat den Ausbau unserer Einrichtung sehr forciert“, sagte Pawlowski.

Neben seiner Arbeit im eigenen Betrieb engagierte sich Mertens über Jahrzehnte ehrenamtlich für sein Handwerk. Er war Obermeister der früheren Maler- und Lackierer-Innung Kreis Viersen, leitete den Zusammenschluss mit der Krefelder Innung 2009 ein und bekleidete danach zwei Jahre lang das Amt des stellvertretenden Obermeisters. 15 Jahre gehörte er dem Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Düsseldorf an.

Dabei war es mit Josef Mertens und dem Malerberuf keine Liebe auf den ersten Blick. „Ich wollte nicht Maler werden“, erzählt er. Sein Vater war selbständiger Malermeister, bei ihm und in einem Krefelder Betrieb erlernte Josef Mertens ab 1959 sein Metier. Später qualifizierte er sich bei einem Lackhersteller in Hamburg zum Anwendungstechniker. Im September 1968 legte er die Meisterprüfung ab, 15 Jahre später übernahm er den väterlichen Betrieb – und war bald weit über die Region hinaus unterwegs: „Für eine Versicherung haben wir alle Häuser in Deutschland und den Benelux-Staaten gemacht, für eine Computer-Kette habe ich in London, Paris, Brüssel und Mailand gearbeitet“, sagt er.

Der heute 74-Jährige legte immer großen Wert auf Weiterbildung. Er war einer der ersten Maler und Lackierer in Deutschland, die über den „SIVV-Schein“ verfügten, den Befähigungsnachweis zum Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen. Als erster Maler in NRW legte er 1998 die Prüfung zum Fassadenplaner für Energieeinsparung ab. Seinen Betrieb hat Mertens vor Jahren geschlossen, weil er keinen Nachfolger hatte. Seit mehr als 20 Jahren ist er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Düsseldorf. In kniffligen Fällen ist seine Expertise nach wie vor gefragt.

Und nicht nur da. Ein Freund von ihm ist Bühnenmaler für Filmproduktionen. „Ihm helfe ich schon mal“, erzählt Mertens. Vor einigen Jahren war er insgesamt vier Wochen am Set des Films „Jesus liebt mich“ von und mit Florian David Fitz, in dem etwa Hannelore Elsner, Jessica Schwarz und Henry Hübchen mitspielen.

Herzliche Glückwünsche zum Meisterjubiläum sagten dem Schiefbahner auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes, der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes, Guido Gormanns, und zahlreiche weitere Gäste, darunter der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Marc Peters. Josef Mertens war viele Jahre lang Zugführer in der St. Sebastianus Bruderschaft. Er wandert häufig im Schwarzwald, spielt Tennis und fährt Ski.

Und wie war das nun mit der Liebe zum Beruf? „Die ist mit der Zeit gewachsen“, antwortet Mertens: „Ein Maler kann wunderschöne Arbeiten machen, und er sieht er die Werke, die er hinterlassen hat.“