Foto: Stadt Willich

Das Kulturteam der Stadt leistet einen Beitrag zum Jubiläumsjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“: Am 9. Oktober gibt es einen unterhaltsamen Abend mit Frank Schableswki und Alex Jacobowitz: „Hals- und Beinbruch – Jiddisch für Kurzentschlossene“.

Der Hintergrund:
In keiner anderen Sprache tauchen so viele jiddische Begriffe auf wie in der deutschen Sprache. Ein Beispiel: „Massel gehabt“ oder „sich aus dem Schlammassel gezogen“, bedeutet „Glück“ oder aus dem „schlimmen Glück gezogen“.

Die deutsche Sprache hat diese jiddischen Redewendungen längst integriert – was im Leben nicht immer zu gelingen scheint. Also raus aus den Schubladen – rein in die Köpfe. „Alles für lau?“ Ja, alles für lau, obwohl das schon schwieriger wird bei dem beliebten Ausdruck für „gratis“, denn lau steht ja eigentlich für „wenig warmes Wasser“.

An diesem Abend werden auf unterhaltsame Weise mit dem Schriftsteller Frank Schablewski Redewendungen entschlüsselt, Zusammenhänge zum jiddischen Hintergrund hergestellt und die Schönheit der Sprachen erkundet. Frank Schablewski verfasste zahlreiche Gedichte und Essays zur Kunst, die in Anthologien, Literaturzeitschriften und Katalogen veröffentlicht wurden und nahm an mehreren Literaturfestivals teil.

Den musikalischen Rahmen gestaltet Alex Jacobowitz, ein wahrer Meister seines Instruments – der Marimba, die zur Familie der Xylophone gehört. Alex Jacobowitz begann als Straßenmusiker in seiner Geburtsstadt New York, ehe er in den 90er Jahren nach Europa kam und hier seitdem regelmäßig Solo-Konzerte auf seinem drei Meter (!) breiten Instrument gibt.

„Hals- und Beinbruch“ leitet sich übrigens am vom jiddischen Begriff „Hatzlacha ve berucha“ – Erfolg und Segen für das Gelingen eines Unternehmens.

Veranstaltungsort: Motte Schlss Neersen, Beginn 9. Oktober, 19.00ß Uhr. Der Eintritt ist frei, aus organisatorischen Gründen muss aber eine Reservierung beim städtischen Kulturteam (02154 / 949-132) erfolgen.