Kinder in Gambella. Foto: privat

Während in Deutschland Kontaktsperren, Sicherheitsabstände und verschärfte Hygienemaßnahmen zu den Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehören, gibt es in vielen Ländern, in denen die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn Projekte unterstützt, weder sauberes Trinkwasser und schon gar nicht die Möglichkeit zum Händewaschen. Viele Menschen leben in Slums auf allerengstem Raum mit ungenügenden Hygienebedingungen.

Deutschland verfügt über ein ausgesprochen gutes Gesundheitssystem – in den meisten Gegenden der Partnerländer gibt es noch nicht einmal Krankenhäuser sondern im besten Fall „Gesundheitszentren“, die Untersuchungen durchführen und Medikamente verteilen können –Intensivbetten oder Beatmungsgeräten gibt es allerhöchstens in den Hauptstädten.

Aus diesen kritischen und äußerst gefährdeten Regionen erreichten gleich zwei Hilferufe die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn e.V. in der letzten Woche:

Der langjährige Projektpartner Abba Tesfaye Petros aus Äthiopien bittet um Hilfe für die Menschen in der besonders armen und benachteiligten Region Gambella. Die dort lebenden Menschen (ca. 95% sind Analphabeten) konnten bisher höchstens ein geringes Einkommen als Tagelöhner verdienen – diese Möglichkeit fällt aufgrund der Ausgangssperren weg, so dass der Kauf von dringend benötigter Seife und Desinfektionsmitteln und sogar von Lebensmitteln unmöglich geworden ist.

Vor den gleichen Problemen stehen die Menschen, welche in den Slums in Patna/Indien leben: Innerhalb von vier Stunden hat die indische Regierung eine Ausgangssperre für das komplette Land verhängt. Dadurch verlieren die Familien aus den Slums ihre kompletten Einnahmen; viele Frauen arbeiten oft als Haushaltshilfen mit Tagesentlohnung und sie hatten keine Möglichkeit, für diese Situation Geld zurückzulegen. Viele Familien klagen schon über Hunger. Schwester Dorothy hat eine Sondergenehmigung, um mit dem Auto zu den Slums zu fahren, welche sie betreut, um den Menschen Seife und Nahrungsmittel zu bringen.

„In dieser extremem Krisensituation wollen wir helfen“, betonte der Vorsitzende der Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn, Josef Heyes. Auf der Internetseite des Vereins berichten langjährige Projektpartner über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in verschiedenen Entwicklungshilfeländern.