Ausstellung des NABU „Insektenschwund und Landwirtschaft von morgen“ im Rathaus

Bienenacht-Radweg-Willich-Kolpingsfamilie
Ein Projekt gegen das Insekten-Sterben

Mit „Insektenschwund und Landwirtschaft von morgen“ ist die Ausstellung des NABU (Naturschutzbund Deutschland) betitelt, die am Dienstagabend im Technischen Rathaus der Stadt von der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Nanette Amfaldern, eröffnet worden ist.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe des NABU-NRW und verdeutlicht den allseits festzustellenden Artenrückgang. Man möchte damit auf die Probleme von Insekten, Vögel und Säugern hinweisen. „Infos und Bilder sollen aufrütteln und die anhaltende Problematik verdeutlichen“, so Jack und Monica Sandrock vom Willicher NABU bei der Eröffnung.

Private Maßnahmen helfen

Die Ausstellung unterstreicht die NABU-Anstrengungen im Bereich des Artenschutzes. Sie zeigt, dass noch mehr als die bereits sehr positiven Maßnahmen (wie die Agra-Umweltmaßnahmen der Landwirtschaft und das städtische Förderprogramm zu Blühstreifen) getan werden sollte. Jack Sandrock: „Wichtig wären auch private Maßnahmen, wie naturnahe Gärten mit Nisthilfen für Wildbienen und Vögel. „

Landwirtschaft und der eigene Garten müssten sich, so Sandrock bei der Eröffnung, weiter ökologisch verändern: Sehr lobenswert sei es, „dass hier in Willich teilweise die Landwirtschaft zusammen mit der Stadt auch begleitet vom NABU schon einige Projekte angestoßen hat. Wir hoffen, dass diese Projekte weitergehen.“

Artenvielfalt eine Chance geben

Seit einigen Jahren werde die alarmierende Situation bei Deutschlands Feldvögeln überdeutlich. Den Vogelarten der Agrarlandwirtschaft geht es so schlecht wie nie zuvor, einige seien mittlerweile in Deutschland vom Aussterben bedroht. Insekten seien für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich, doch in den letzten Jahrzehnten gingen die Bestände massiv zurück: „Auch bei den Artenzahlen stehen alle Zeiger auf Rot.“ Landwirte könnten mit gezielten Maßnahmen die Artenvielfalt fördern, denn die gemeinsame Agrarpolitik bestimmt die Landwirtschaft von morgen. Sie muss sich wandeln, damit die Artenvielfalt auf unseren Äckern, Wiesen und Weiden eine Chance hat.“

Aber auch den eigenen Garten könne man insektenfreundlich gestalten, so Sandrock: Die einfachste Maßnahme sei, eine „wilde Ecke stehen zu lassen, die weder gemäht noch betreten wird. So lässt man Brennnessel, Gräser und Klee einen Raum, die für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig sind.“ Ein wohlduftendes Wildblumenbeet mit heimischen Pflanzen bereichere jeden Garten – und deren Nektar bildet die Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge, Wildbienen und Insekten.“
Die Ausstellung ist bis zum 18. Februar zu sehen.