Das Märzenfest – eine Tradition mit vielen Wurzeln

Maerzenfest_Historie
Bild: Guido Reni (ca. 1635) / Wikipedia

Das Märzenfest ist in der Geschichte eng verbunden mit dem „Josefs-Tag“ am 19. März – der Tag, der besonders der Verehrung des hl. Josef von Nazareth gilt. Traditionell beten die Arbeiter, insbesondere die Handwerker, den hl. Josef an. In der Bibel wird er als Zimmermann dargestellt. Zum „Josefs-Tag“ gibt es viele Bräuche: So wurde den jungfräulichen Mädchen Blumen geschenkt.

Zum einen sollte durch einen geflochtenen Blumenkranz die Jungfräulichkeit bewahrt werden, zum anderen galten Blumensträuße als Brautwerbung. Frisch Vermählte schmückten sich mit sogenannten „Josefsringen“, um den Gefahren der Versuchung zu widerstehen. In Spanien, Italien und Liechtenstein wird am St. Josef-Tag Vatertag gefeiert.

Am „Josef-Tag“ fanden auch in vielen Orten Jahrmärkte statt. Das erste Märzenfest hat im Jahr 1735 im Tiroler Land stattgefunden. Die Weihe des „Baumwollbrotes“ ist ein alter Josefi-Brauch, der überwiegend im Berchtesgadener Land ausgeübt wurde. Das Brot enthält besonders viele Rosinen und wird aus vier zusammengefügten runden Hefeteig-Broten gebacken.

Das Märzenbier geht zurück auf ein Dekret Albrechts V. aus dem Jahr 1553 sowie die bayerische Brauordnung (1539): Darin wurde festgelegt, dass Bier wegen der erhöhten Brandgefahr beim Sieden nicht in den heißen und trockenen Sommermonaten, sondern nur in der Zeit zwischen Michaeli-Tag (29. September) und Georgs-Tag (23. April) gebraut werden dürfe.

Um im Sommer ausreichende Bier-Vorräte zu haben, wurde im März ein Bier mit einer längeren Haltbarkeit gebraut. Das wurde erreicht, weil das Bier ein höheres Gehalt an Stammwürze und Alkohol hat. Das Bier wurde in kühlen Felsenkellern mit möglichst viel Natureis gelagert. Der Keller-Eingang wurde oft durch hohe, schattenspendende Rosskastanien geschützt, deren flache Wurzeln aber das Kellerdach nicht beschädigten. Dabei entwickelte sich aus dem Brauerei-Ausschank eher als „Neben-Effekt“ der Biergarten.

Die Restbestände des länger haltbaren Märzen-Bieres wurden vor Beginn der neuen Brau-Saison Ende September ausgeschenkt. Der Auftakt des Bier-Wirtschaftsjahres wurde mit „Oktober-Festen“ in Süddeutschland und Österreich gefeiert.