Sportlerempfang: Sven Holland-Moritz, Marius Hermanns, Rüdiger Hendricks (1. Geschäfsführer des RSC "Blitz" Schiefbahn), Julia Wolf und Laura Hanns. Foto: RSC Blitz Schiefbahn

Bei der Deutschen Meisterschaft in Moers holten Marius Hermanns und Sven Holland-Moritz die Silbermedaille. Das Kunstrad-Duo Julia Wolf und Laura Hanns machte einen Platz zur vorherigen DM gut.

Es war schon immer die große Bühne, auf der Marius Hermanns und Sven Holland-Moritz vom RSC „Blitz“ Schiefbahn brillierten. Und das stellten die Radball-Bundesligisten am vergangenen Wochenende einmal mehr unter Beweis: Bei der Deutschen Meisterschaft in Moers spielte das Duo vor tosendem Publikum die Partien seines Lebens und belohnte sich selbst mit dem Vizemeistertitel.

„Wir sind überglücklich mit dem Ergebnis. Die Leistung hat einfach gestimmt“, sagt Marius Hermanns einen Tag nach dem Erfolgserlebnis. Das Grinsen steht ihm und seinem Partner dabei noch immer im Gesicht. „Für mich gab es zwei Schlüsselspiele – gegen Krofdorf und gegen Obernfeld. Und als wir das erste der beiden gewonnen hatte, war mir klar: Wir sind da, heute bringen wir die nötige Leistung“, sagt Sven Holland-Moritz.

Und so holten die „Blitzer“ in der hart umfochtenen Gruppenphase einen um den anderen wichtigen Punkt. Mit den ersten zwei Spielen war bereits die Finalrunde gesichert. Hermanns und Holland-Moritz siegten 3:2 gegen das Team aus Krofdorf, dann 6:3 gegen die Sportskollegen aus Obernfeld.

Im dritten Spiel musste sich der „Blitz“ knapp gegen die Ex-Weltmeister aus Stein geschlagen geben – 5:6 lautete der Endstand. Der 4:1-Sieg gegen Naurod machte die Vorrunde dann perfekt: Die Schiefbahner sicherten sich mit dem ersten Platz in der Gruppenphase den Einzug ins große Finale.

„Das Gefühl, zum Finale auf die Fläche zu fahren, ist mit nichts anderem zu vergleichen“, beschreibt Hermanns die Situation. „Die Stimmung war super. Und das Wichtigste: Das Spiel hat viel Spaß gemacht und war einfach eine schöne Erfahrung.“

Im Finale hatte der „Blitz“ die Rolle des Underdogs inne. Bernd und Gerhard Mlady vom RMC Stein sind ehemalige Welt- und mehrfache Deutsche Meister. Ein „David gegen Goliath“ wurde die Partie aber nicht. Die beiden Mannschaften, die sich seit vielen Jahren kennen, spielten auf einem Niveau.

In der Halbzeitpause lagen die Schiefbahner mit 2:0 vorne, doch Stein holte auf und gleichte in der zweiten Hälfte auf 3:3 aus. Es ging in die Verlängerung, wo sich die langjährige Erfahrung der Mlady-Brüder auszeichnete. Mit einem verdienten 4:1 in der Nachspielzeit der RMC Lohengrin Stein den verdienten Meistertitel nach Bayern. Die „Blitzer“ Marius Hermanns und Sven Holland-Moritz zeigten sich durchweg zufrieden mit dem zweiten Platz. Und so gehörte der Jubel in der Halle einer spannenden und erstklassigen Partie, die dem Finale einer Deutschen Meisterschaft würdig ist.

„Das schöne beim Hallenradsport ist, dass wir eine große Familie sind. Und es war einfach toll sich wieder treffen und antreten zu können“, sagt Julia Wolf. Sie ist gemeinsam mit ihrer Kunstrad-Partnerin Laura Hanns für den RSC „Blitz“ Schiefbahn bei der DM angetreten. Denn der „Blitz“ war in Moers der einzige Verein, der sowohl im Radball als auch im Kunstrad ein Team ins Rennen schickte.

Verletzungsbedingt konnten Wolf und Hanns aber nicht das Ergebnis erzielen, das sie sich vorgenommen hatten. „Unsere neuen Übungen haben super und ohne Punktabzug funktioniert“, sagt Hanns. In den letzten Zügen ihrer Kür aber stiegen die beiden einmal vom Rad – ein herber Punktverlust. „Es ist ärgerlich, wenn man alle schweren Übungen meistert und dann bei so einer Kleinigkeit absteigt“, sagt Hanns. Zufrieden mit der Leistung aber sind die beiden dennoch. Im Vergleich zur vorherigen DM im Jahr 2019 (die Meisterschaft 2020 fiel Corona-bedingt aus), machte das Kunstrad-Duo einen Platz gut. In Moers landeten Hanns und Wolf mit 87,13 ausgefahrenen Punkten auf Rang sechs. Für die beiden war es die zweite DM-Teilnahme in der zweiten gemeinsamen Saison.