Die Geschichte der Schützenfeste in Willich + Termine 2017

Schützenfest

Die Entstehung des Schützenwesens reicht in unserer Stadt bis weit in das Mittelalter zurück. Die ältesten urkundlichen Erwähnungen von Schützen-Bruderschaften stammen aus dem 14. Jahrhundert – und sie entwickelten sich mit Neu-Gründungen bis in das vergangene Jahrhundert – ihre Chronologie:

  • St. Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn 1449
  • St. Sebastianus Anrath 1463
  • St. Sebastianus Willich 1475
  • St. Sebastianus Neersen 1802 (erste Erwähnung 1639)
  • St. Johannes Schützengesellschaft Clörath-Vennheide 1662
  • St. Johannes Bruderschaft Niederheide 1924 (erste Nennung 1717)
  • Schützenverein Klein-Jerusalem 1854 (erster Nachweis 1656)
  • St. Konrad-Schützengilde am Grenzweg 1958

In Willich entstand 1886 der „Allgemeine Schützenverein“ (ASV), der von den ursprünglich drei Bruderschaften in Willich gegründet wurde – den Sebastianern, der Bürger-Junggesellen-Bruderschaft (Höfer-Jung gesellen- Bruderschaft) und der Ökonomen-Junggesellen-Bruderschaft (Bruderschaft des hl. Jakobus).

Die Schützen-Bruderschaften hatten in den Gründungsjahren die Aufgabe, Haus und Hof in Kriegszeiten, bei Seuchengefahren und Glaubensstreitigkeiten zu schützen.

In der Frühzeit ihres Bestehens waren sie reine Selbstschutzgemeinschaften. Die herrschenden Stände und Magistrate sahen dies natürlich sehr gerne, wurden ihnen durch solche Gemeinschaften doch Aufgaben und Pflichten der Bevölkerung gegenüber abgenommen. Dadurch erfuhren diese Gemeinschaften und „Schützengilden“ eine große Unterstützung und erhielten weiteren Auftrieb. Es blieb im Laufe der Jahre jedoch nicht bei den Aufgaben des Selbstschutzes. Schon damals nahmen die „Schützen“ an öffentlichen Festlichkeiten teil. Hierbei traten sie nicht nur als Veranstalter in Erscheinung, sondern auch als schützende oder ordnende Organisation, wie es ihre ursprüngliche Aufgabe war. Dies war besonders bei allen kirchlichen Veranstaltungen, Festen und Prozessionen der Fall.

Ab dem 17. Jahrhundert jedoch wurden Verteidigung und Ordnung fast ausschließlich von bezahlten Söldnern übernommen. Dadurch verlor die militärische Funktion der Schützengilden immer mehr an Bedeutung. Um jedoch ihre bisherige Tätigkeit nicht einfach aufgeben zu müssen, gingen die Schützen dazu über, Feste mit Schießübungen und Wettbewerben zu veranstalten. Die ersten „Schützenfeste“ waren hiermit geboren.

Die Schützenfeste 2017 in Willich:

  • Klein-Jerusalem 20. – 25. Mai
  • Clörath-Vennheide 15. – 19. Juni
  • Schiefbahn 17. – 20. Juni
  • Neersen 01. – 03. Juli
  • Willich 07. – 11. Juli
  • Grenzweg 15. – 18. Juli
  • Niederheide 19. – 22. August
  • Anrath 02. – 04. September

Info:
„Für Glaube, Sitte und Heimat“ Was aus dem Mittelalter bis heute blieb, ist die starke Bindung zur Kirche. Neben dem Schutz bei kirchlichen Feiern und Prozessionen werden caritative Aufgaben übernommen. Durch diese Schwerpunkte – wehrhafter Schutz, verbunden mit Disziplin, Nächstenliebe und Gebet – entwickelte sich das eigentliche Wesen der Schützenbruderschaften. Aus diesem Geist heraus entstand die bis in die heutige Zeit bindende Parole „Für Glaube, Sitte und Heimat“. Während bei Schießclubs oft das sportliche Schießen im Vordergrund des Vereinslebens steht, spielt dies bei Schützenbruderschaften zwar auch eine wichtige Rolle, tritt aber hinter den caritativen und kirchlichen Traditionen zurück.