1973 war Leben auf dem Schulhof.

Bereits 1968, also kurz nach der Schulreform, wies der neue Leiter der in der Alleeschule beheimateten Katholischen Grundschule, Hans Küppers, darauf hin, dass seiner Schule vier Klassenräume fehlen würden. Die Gemeinde Anrath begann mit ersten Planungen für einen Neubau, stellte diese jedoch aufgrund der anstehenden Kommunalen Neugliederung wieder zurück.

So wurden die Planungen erst wieder 1971 von der Stadt Willich aufgegriffen: Am 28. April 1971 beschloss der Stadtrat den Bau einer zweizügigen Grundschule. Mit dem Bau (8 Klassen, Nebenräume, Großturnhalle) am Hochheideweg im Westen Anraths wurde mit dem ersten Spatenstich am 26. Juni 1972 begonnen.

Noch war unklar, ob das neue Schulgebäude der Katholischen oder der Evangelischen Grundschule zugewiesen würde. Im Mai 1972 beantragte die Schulpflegschaft der Katholischen Grundschule, dieser den neuerstellten Schulraum zuzuweisen. Im Sommer 1972 einigten sich die Parteien darauf, diesem Antrag zu entsprechen, so dass der Beschluss des Schulausschusses am 26. September1972 einstimmig ausfiel.

Einweihung der Schule

Nach Abschluss der Arbeiten im Februar 1973 konnte die Schule am 25. Mai 1973 eingeweiht werden. Es war damit das erste Schulbauprojekt der noch jungen Stadt Willich. Benannt wurde die Schule nach dem Anrather Heimatforscher Gottfried Kricker, der 1959 nach langjährigen Forschungen sein Werk „Geschichte der Gemeinde Anrath von den Anfängen bis zur Gegenwart“ (497 Seiten, Kempen) 1959 mit finanzieller Unterstützung durch Gemeinde Anrath, den Kreis Kempen-Krefeld, sowie der Landschaftsverband Rheinland veröffentlicht hatte. Einige Jahre später wurde das Werk ergänzt durch „Die Geschichte des Schul- und Unterrichtswesens in Anrath“ (101 Seiten, Kempen 1965). Die Gemeinde Anrath verlieh ihm daraufhin das Ehrenbürgerrecht.

Nach den Osterferien 1973 zogen die Schüler in einer langen Prozession von der Allee in ihr neues Domizil am Hochheideweg. Die Alleeschule wurde fortan als Dependance genutzt, weil auch nach Fertigstellung der neuen Schule einige Klassenräume fehlten.

Die Großturnhalle der neuen Schule erwies sich als Problemfall, da sie seitenverkehrt errichtet worden war. Durch die daraus resultierende Blendwirkung wurden vor allem Handball- und Badmintonspieler enorm gestört. Es dauerte noch Jahre, bis die Problematik endgültig beseitigt werden konnte. Im Oktober 1976 wurde mit dem Bau einer Schulsportanlage begonnen, die im Mai 1977 fertig gestellt wurde.

Am 4.März 1993 wurde das der Gottfried-Kricker-Schule angeschlossene Schulkinderhaus „Ratzefummel“ eingeweiht.

Erweiterung der Schule

Da die Alleeschule Mitte der 90er Jahre dringend von der Johannesschule benötigt wurde, beschloss der Stadtrat 1995, die Gottfried-Kricker-Schule zu erweitern. Der Erweiterungsbau mit sechs zusätzlichen Klassenträumen konnte zum Schuljahresbeginn 1997/98 fertig gestellt werden.

Seit dem Schuljahr 2006/2007 bietet die Gottfried-Kricker-Schule eine Offene-Ganztags-Gruppe an. Dafür wurde der der Schule angelagerte Hort aufgelöst. Parallel wurde damit begonnen, den Neubau um ein Geschoss aufzustocken, um dort die OGS unterzubringen.