Ehemaliges Krankenhaus-Gelände: „Katharinenhöfe“ begeistert Jury

Wettbewerb-Katharinenhoefe-Krankenhaus-Willich
Auf dem Bild zu sehen: Beigeordnete Martina Stall, Architekt Frank Lecke, Planungsausschussvorsitzender Christian Pakusch und Stadtentwicklungsplanerin Sara Caspari. Foto: Stadt Willich

Der städtebauliche Wettbewerb „Südlich Konrad-Adenauer-Park‘ in Willich“ (Realisierungswettbewerb für ein innerstädtisches Wohnquartier mit gewerblichen Nutzungseinheiten) ist entschieden: Am Dienstag hat das Preisgericht aus den insgesamt neun eingereichten Entwürfen von Stadtplanungsbüros nach einer fünfstündigen Sitzung mit mehreren Diskussions- und Entscheidungsrunden insgesamt vier Arbeiten in eine engere Wahl aufgenommen. Letztlich ging der erste Preis dabei an das Büro „Lecke Architekten“ aus Münster (Entwurfsverfasser: Frank Lecke, Mitarbeit Sebastian Sehr).

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Peter Jahnen, fasst die Gründe für die einstimmige Auswahl des ersten Preises durch das Preisgericht so zusammen: „Der Entwurf von Lecke Architekten aus Münster überzeugt durch sein belastbares städtebauliches Konzept, das sowohl die Themenstellung der Schaffung von attraktiven Einzelhandelslagen wie auch die Entwicklung von guten „Adressen“ für das Wohnen sehr gut löst. Mit dem Entwurf hat das Preisgericht eine Arbeit ausgewählt, die eine hervorragende Grundlage für die nun folgende weitere Ausarbeitung und Detaillierung und spätere Vermarktung dieses wichtigen Stadtbausteins in Willich legt.“

Hohe Indentifikationsmöglichkeit der Bewohner

Im Erläuterungsbericht des Gewinnerentwurfs heißt es zur Baustruktur, dass die Bildung zweier Höfe die Indentifikationsmöglichkeit der Bewohner mit „ihrem“ Wohnhof stärke: „Die Nachbarschaft erhält eine überschaubare Größe und Struktur. Im Hof finden die Bewohner einen halböffentlichen Bereich als Raum für Gemeinsamkeit. Der vordere Hof an der Bahnstraße bietet diese Fläche als Aufenthaltsfläche über dem Erdgeschoss als Mietergarten an, der hintere Hof ist als Wohnhof mit hiervon erreichbaren Hauseingängen angelegt. Die Baukörper sind grundsätzlich dreigeschossig, wobei sich die oberste Etage mit großzügigen Terrassenflächen optisch immer wieder zurücknimmt.

Die Drei erkennbaren Strukturen des vorderen Hofs an der Bahnstrasse, des hinteren Hofs am Park und der drei begleitenden Baukörper können Bauabschnittsweise erstellt werden und haben eine jeweils zugeordnete Tiefgarage.“

Großzügige Grünflächen stehen allen zur Verfügung

Zum Thema Grünstruktur und Freiflächen wird ausgeführt, dass die Fassaden der beiden Wohnhöfe eine größtmögliche Orientierungsmöglichkeit zu den anschließenden Grünflächen des Konrad- Adenauer-Parks bieten: „Durch die Unterbrechungen der Blockstruktur wirken die Grünflächen bis in die Höfe hinein. In der Mitte des Plangebiets greift ein „grüner Finger“ weit in das Gebiet hinein. Dieser großzügige Grünbereich steht allen Bewohnern der „Katharinenhöfe“ zur Verfügung und bietet großzügigen Raum für Freizeitaktivitäten im Grünen. Die Größe dieses Raums macht ihn zu einem Teil des Konrad- Adenauer- Parks, sodass die hierhin orientierten Fassaden die gleichen Orientierungsqualitäten besitzen. Den Schlußpunkt des „grünen Fingers“ bildet der Quartiersplatz, der somit neben der städtebaulichen Einbindung gleichfalls einen Anschluss an die Grünfläche hat. Der große, dem Einzelhandel zugeordnete Parkplatz an der Bahnhofstraße berücksichtigt den vorhandenen Baumbestand. Durch Ergänzung weiterer Bäume wird er in der Wirkung zu einem Teil des Konrad- Adenauer- Parks unter dem Leitmotiv ,Parken unter Bäumen‘.“

Autos verschwinden in Tiefgarage

Schließlich erläutert der Entwurfsverfasser auch das Verkehrskonzept: „Die Erschließung des Gebiets erfolgt an bereits vorhandener Stelle. Die kurze Wohnstraße führt den Verkehr zu den beiden, den jeweiligen Höfen zugeordneten Tiefgaragen. Dabei tangiert die Wohnstraße den Quartiersplatz, ohne ihn negativ zu beeinflussen. Die Unterbringung des ruhenden Verkehrs aus der Wohnnutzung erfolgt umfänglich gem. Auslobung in den zugeordneten Tiefgaragen. Der ebenerdige hintere Hof ist als Wohnhof befahrbar, wobei die Parkierung in der Tiefgarage erfolgt.

Der „Parkplatz unter Bäumen“ liegt am nördlichen Ende des Plangebiets und stärkt so die beabsichtigte Einbahnstraßenregelung. Der Parkverkehr des Einzelhandels wird somit aus dem Quartier ferngehalten, ebenso die damit verbundenen Immissionen wie der Anlieferverkehr.“

Eine weitere Arbeit wurde mit einer Anerkennung, drei weitere Arbeiten mit dem Preisen ausgezeichnet. Der Arbeit des Büros Otten Architekten aus Korschenbroich wurde der 2. Preis zuerkannt (Entwurfsverfasser: Fritz Otten, Mitarbeit Armin Burgmann, Veronika Maltsev); der dritte Preis ging an RaumPlan aus Aachen (Entwurfsverfasser: Uli Wildschütz und Uwe Schnuis, Mitarbeit Eva Glas, Maike Polzenberg, Martina Winandi), die Anerkennung erhielt der Beitrag von UA Urban Architecture aus Stuttgart (Entwurfsverfasser: Marc Remshardt, Mitarbeit Sophie Schmidt).

Alle Beiträge werden der Öffentlichkeit präsentiert

Alle neun Wettbewerbsbeiträge werden vom 16. bis zum 28 Juli in den Räumlichkeiten der „Stadtschmiede“ (Bahnstraße 8 Willich, Nähe Markt) ausgestellt, und zwar Mo/Di/Do von 11-15 Uhr, Mi/Fr von 16-19 Uhr und Sa von 10-14 Uhr. Die vier jetzt vorgestellten Entwürfe werden im übrigen auch in der nächsten Ratssitzung am kommenden Mittwoch, 11. Juli, ab 18 Uhr in der Kulturhalle präsentiert.