Über allem liegt ein leichter, grüner Schimmer: Die Himbeerpflanzen im Gewächshaus des Meerbuscher Obsthof sind dank der Wärme „Frühstarter“. Foto: Obsthof Mertens

Im Gewächshaus herrschen kuschelige 35 Grad, eine angenehme Luftfeuchtigkeit und an den dünnen Stämmchen sind erste grüne Blättchen erkennbar: Obwohl es im Freiland noch zu früh ist, treiben die Himbeerpflanzen im großen Gewächshaus des Obsthof Mertens in Meerbusch schon aus.

„Wir erreichen hier durch die physikalischen Gegebenheiten – Licht wandelt sich unter Glas in Wärme – und ohne zusätzlichen Energieverbrauch, dass die Verbraucher regional angebaute Himbeeren in den Hofläden oder Supermärkten schon ab etwa dem 10. Mai – aber auch wirklich erst dann – kaufen können“, erklärt Obstbaumeister Frank Mertens.

Ähnliche Methoden nutzen die Landwirte in der Region auch beim Erdbeeranbau: Nach den Stürmen vor etwa 14 Tagen haben sie die Folien über die rund 2 Meter hohen Tunnelbögen gezogen, damit jetzt die Erdbeerpflanzen austreiben und die Blüte beginnt. „Bei den jetzigen Wetterverhältnissen haben wir bereits Temperaturen um die 40 Grad in den Tunneln und müssen sie belüften“, so Mertens weiter. Wenn die Erdbeerpflanzen in Blüte stehen, werden die Kästen mit Hummeln in die Tunnel gesetzt.

Die Insekten sorgen für die Bestäubung der Erdbeerblüten: „Sie sind aktiver und standort-treuer als Bienen“, beschreibt der Landwirt. Über dieses Verfahren erreichen die Obstbauern, dass sie dem Kundenwunsch nach einer frühen Verfügbarkeit heimischer Erdbeeren ohne lange Transportwege und entsprechende Umweltbelastungen entsprechen. „Wir rechnen damit, dass wir in ca. drei Wochen mit der Ernte in den Tunneln beginnen können“, meint Mertens. Auch die zweite Stufe der verfrühten Erdbeerernte wird jetzt schon vorbereitet: Ein Teil der Erdbeerpflanzen im Freilandbereich wird mit hellem Vlies überzogen, um so in Bodennähe mehr Wärme zu erzeugen und die Entwicklung der Erdbeerpflanzen schneller von sich geht.

Auch in den Pflaumen- und Apfelplantagen am Niederrhein stehen die Zeichen auf Start: „Auf dem Meerbuscher Obsthof blühen die frühen Sorten der Pflaumenbäume. Auch die im Winter neu gepflanzte Süßkirschplantage ist in einem guten Zustand: Die Bäume treiben aus, allerdings erwarten wir in diesem Jahr noch keine Ernte“, erklärt Sohn Henrik Mertens, der nach Abschluss seiner Ausbildung jetzt offiziell in den Familienbetrieb eingestiegen ist. An den Apfelbäumen zeigt sich die Vorblüte – auch das wird durch die warmen Temperaturen begünstigt.