Foto: Duvenhof

„Hans Könen war ein Menschenfreund. Er hat sich gerne mit den Menschen unterhalten“ – so erinnert sich Michael Kerkhoff an den Mann, dem Willich seinen ersten Golfplatz zu verdanken hat: Im Juni 1995 hat der Spielbetrieb auf den ersten zehn Bahnen der Golfanlage Duvenhof auf der Hardt begonnen – vor genau 25 Jahren.

DIE ANFÄNGE

Hinter dem Projekt steckte die Vision des Schiefbahner Unternehmers Hans Könen (Könen Tiefkühlservice). Er hatte von seinen Golfreisen nach Schottland die Idee mitgebracht, in Willich Golf als Breitensport zu etablieren und wollte einen öffentlichen Platz bauen. Etwa ab 1985 begannen die Planungen – wobei sich das „schottische Modell“ nicht direkt übertragen ließ, sondern eine Verbindung aus Clubgolf und öffentlichem Golf aufgebaut wurde.

1994 gründete sich der GC Duvenhof als erste Organisation. Das geeignete Grundstück fand sich, als Landwirt Ernst Heesen auf der Hardt seinen Betrieb stilllegen wollte. Zu den Vorbereitungen gehörten viele Aspekte: Der Willicher Rat und die Verwaltung mussten Planungsrecht schaffen und die Flächen und Grundstücksrechte mussten geklärt werden. Das war nicht immer einfach – so wurde das Thema Wasserschutz heiß diskutiert. Die Grüns wurden mit Folie unterlegt, damit das Wasser kontrolliert abgeleitet wird. „Wir liegen in Wasserschutzzone 3a und bis heute wird das Grundwasser permanent beprobt“, schildert Kerkhoff.

Natürlich musste der Platz selbst konzipiert werden. Mit Landschaftsarchitekt Wolfgang R. Mueller war ein Experte im Boot, der eine natur- nahe Anlage mit sanften Modellierungen der Landschaft, vielen Wasserflächen sowie Rückzugsräumen für Vögel und Kleintiere entwickelte. 1994 begannen die Bauarbeiten, parallel wurde der Golfclub Duvenhof aufgebaut. Zu Beginn „spielten“ die Golfclub-Mitglieder in einer alten Scheune Ernst Heesens. David Haggart, damaliger Head- pro, leitete die Trainings. Dort waren Netze als Ballfang aufgehangen.

„Der damalige Club-Präsident Karl-Joachim Frenkel führte abends die Aufnahmegespräche mit Interessenten im ‚grünen Chalet‘ – eine leicht beschönigende Bezeichnung für das Blockhaus am Parkplatz, das heute noch als Unterkunft für die Greenkeeper existiert“, so sich Kerkhoff. Er selbst lernte 1995 Hans Könen über seinen Bruder Norbert Kerkhoff kennen, der in Könens Unternehmen KTS arbeitete. Nach einigen Gesprächen entschied sich Michael Kerkhoff, als Geschäftsführer hauptamtlich tätig zu werden.

Sein Chef war „bodenständig, mit einer sehr konkreten Vision, und kam täglich her, um seine Runde Golf zu spielen. Wenn er über den Platz ging, hatte er immer eine Tüte am Trolley und sammelte auf der Runde Müll und Zigarettenkippen auf. Naturschutz war ihm wichtig und es sollte pfleglich mit dem Platz umgegangen werden“, beschreibt er. Daher wurde auch das Logo der Golfanlage – die Taube mit dem Blümchen im Schnabel – entwickelt. Der Kontakt zu den anderen Club-Mitgliedern war dem Platzgründer wichtig. Im Clubhaus hatte er seinen Stammplatz, von dem aus er nach der Runde das Geschehen beobachtete.

DIE ENTWICKLUNG BIS HEUTE

Die Golfanlage wird über die Golfsport Willich als Betreibergesellschaft geführt. 1995 wurden am 8. und 9. Juli die ersten zehn Bahnen – neun auf dem Club-Platz und eine öffentliche Bahn – sowie das Golfodrom eingeweiht. 1997 wurden das Clubhaus, die Gastronomie und der nächste Teilabschnitt der Golfanlage eingeweiht: Somit standen der 18-Loch-Meisterschaftsplatz und 4 Bahnen für den öffentlichen Spielbetrieb zur Verfügung. Auch ein Shop mit allem Equipment, das der Golfer benötigt, steht seither zur Verfügung.

2007 war der dritte Bereich fertig – die heutige Golfanlage mit dem 18-Loch-Meisterschaftsplatz und dem öffentlichen Neun-Lochplatz. Auf beiden Plätzen gibt es jährlich vorgabewirksame Turniere nach den Kriterien des DGV oder die Turniere sind in Serien wie den „Mercedes After Work-Cup“ eingebunden. Natur und Spielbetrieb sind zu einem harmonischen Ganzen geworden und Umweltschutzmaßnahmen werden kontinuierlich ausgebaut – zuletzt mit der Anlage von mehreren Blühwiesen um Bienen und Insekten Nahrung zu bieten.

„Heute ist viel von Hans Könens Vision Realität geworden. Die öffentliche Anlage mit ihrer Mitgliederstruktur wird gut angenommen. Sie ermöglicht es, Golf günstig und auf hohem Niveau zu spielen. Die Qualität der Bahnen, des Rasens und ihr Anspruch an die spielerischen Fähigkeiten der Golfer sind gleichwertig. Auch die Jugendarbeit im Club wurde ausgebaut und es gibt einen eigenen Förderverein für dieses Thema“, zieht Kerkhoff eine Zwischenbilanz.

Hans Könen ist zwar vor einigen Jahren schwer erkrankt und bereits verstorben, „aber er hat sich bei meinem Besuchen immer für meine Berichte interessiert und mich erkannt“, erzählt Kerkhoff. Die Familie Könen hat das Vermächtnis des Golfplatz-Gründers übernommen: Mehrere Familienmitglieder sind in die Geschäftsführung bzw. im Shop eingebunden.