Das Schulgebäude im Jahr 1902. Foto: Stadtarchiv

Als sich die Schiefbahner Volksschule am Kirchplatz 1897 aufgrund der ständig wachsenden Einwohnerzahl als zu klein erwies, beschloss die Gemeinde den Bau einer weiteren Schule in der Niederheide. Die Seidenweberei Deuß & Oetker unterstützte das Projekt mit einem Betrag von 10.000 Mark – wahrscheinlich aus dem Grund, dass die Schule von vielen Mitarbeiterkindern besucht wurde.

Die Grundsteinlegung für den mit 18.000 Mark veranschlagten Bau erfolgte am 8. September 1897. Das Grundstück wurde vom Landwirt Josef Acker erworben, die Bauleitung unterlag dem Bauunternehmer Wierichs.

ZUM START 112 KINDER

Die Einweihung erfolgte am 1. April 1898, erster Schulleiter für die anfangs 112 Kinder wurde Josef Gerhards. Zum Schulbezirk Niederheide gehörten die Niederheide, Knickelsdorf, die Fabrikhäuser an der heutigen Albert-Oetker-Straße und seit 1908 auch die Gladbacher Straße. In jenem Jahr musste aufgrund der ständig steigenden Schülerzahl eine dritte Klasse eingerichtet werden. Am 1. April 1946 wurde über den konfessionellen Charakter der Schule abgestimmt. Dabei sprach sich die große Mehrheit für das Beibehalten der katholischen Schule aus. 1957 sollte die Schule grundlegend saniert und erweitert werden. Als die Landesregierung hierfür keine Mittel zur Verfügung stellte, wurden die Pläne aber fallen gelassen.

VON DER SCHULE ZUR THERAPIE-EINRICHTUNG

In den Folgejahren wurde die Situation immer schwieriger. Viele Eltern zogen die achtklassige Schule im Dorf der einklassigen Landschule in der Niederheide vor. Letztlich beschloss die Gemeinde ihre Auflösung, welche im Jahre 1966 erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule Niederheide noch 162 Schüler. Im Anschluss wurde das Gebäude viele Jahre lang als städtischer Bauhof genutzt.

Im Juni 1982 verkaufte die Stadt das Schulgebäude. Nach einer grundlegenden Renovierung zogen hier ein Jahr später zwei Firmen ein. Nach rund zwanzig Jahren verließen die beiden Firmen das Gebäude. Neuer Eigentümer wurde die Allgemeine Hospitalgesellschaft AG, die hier eine Sozialtherapeutische Station für Drogenabhängige einrichtete. 2005 wurde die „Haus Willich“ genannte Einrichtung eröffnet