Am Unterricht in der Turnhalle der Gottfried-Kricker-Schule nahmen Bürgermeister Christian Pakusch und Stadtwerke-Geschäftsführer Tafil Pufja selbstverständlich auch teil. Beide waren sich anschließend einig: So zu lernen, das macht eine Menge Spaß. Foto: privat

Energie – was ist das eigentlich? Für Fritz ganz klar: „Energie treibt ein Auto an oder auch mich.“ Mitschüler Yussef ergänzt: „Ohne Energie kann ich nicht rennen und nicht lernen.“ Die beiden 9-Jährigen gehen in die vierte Klasse der Astrid-Lindgren-Schule in Willich. Gemeinsam mit 57 Schülerinnen und Schülern erlebten sie in ihrer Turnhalle einen interaktiven Unterricht zu einem wichtigen Thema unserer Zeit: Energie – und wie wir sinnvoll mit ihr umgehen können.

Die Stadtwerke Willich hatten den Grundschulen dieses Bildungsprojekt kostenfrei angeboten. Vier Schulen aus der Stadt nahmen daran teil: Gottfried-Kricker-, Astrid-Lindgren-, Albert-Schweitzer- und Mühlenfeld-Schule. Insgesamt 230 Mädchen und Jungen erfuhren in kurzweiligen Lerneinheiten, was es mit Energie und Klima auf sich hat.

Es ist ein Mix aus Show, Quiz, Theater und Film, den Friedhelm Susok mit seinem Team auf die Bühne bringt. Infotainer Susok ist seit mehr als 30 Jahren mit Bildungsangeboten und Lerntheater an Schulen unterwegs. Das Konzept Lernerlebnis Energie sparen gibt es seit 2006. Es wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert – und bislang haben Susok und seine Kolleginnen und Kollegen es bundesweit an mehr als 2.000 Schulen durchgeführt.

Wissen, das hängen bleibt

„Wir haben von diesem nachhaltigen Bildungskonzept gehört und wussten sofort, dass wir das den Grundschulen in unserem Versorgungsgebiet anbieten wollen“, sagt Tafil Pufja, Geschäftsführer der Stadtwerke. Er nahm persönlich am Unterricht in der Gottfried-Kricker-Schule in Anrath teil, gemeinsam mit Bürgermeister Christian Pakusch. Der war beeindruckt von der lebendigen Art der Vermittlung. „Es ist genau der richtige Ansatz, um die Kinder an das Thema Energie heranzuführen“, so Pakusch. „Ich bin sicher, dass dieses Wissen hängen bleibt und das Handeln verändert.“

In den rund 60 bis 75 Minuten, die eine interaktive Unterrichtseinheit dauert, erfuhren die Kinder eine ganze Menge: Was Energieträger sind; was fossile von erneuerbaren Energien unterscheidet; wie Strom erzeugt wird; was Klimawandel bedeutet und was wir Menschen tun können, um ihn aufzuhalten.

Anja Aldenhoff ist Lehrerin an der Astrid-Lindgren-Schule. Sie sagt, dass diese Themen bei den Kindern sehr präsent sind: „Sie erfahren über die Medien viel zur Klimakrise, und die Naturkatastrophen in Nordrhein-Westfalen haben das noch stärker in ihre Nähe gerückt. Wir merken im Schulalltag, dass der Redebedarf groß ist.“

„… die kennen sich mit Elektroautos aus“

Und es gibt auch schon viel Wissen bei den Kindern. Auf die Eingangsfrage des Moderators, wie denn die Erde entstanden sei, schallte ihm fast immer ein vielstimmiges „Urknall“ entgegen. Dass eine gasförmige Hülle die Erde umgibt, die Atmosphäre genannt wird, erklärte so manches Kind souverän. Als es darum ging, was beim Klimawandel geschehen kann, sagte ein 9-jähriges Mädchen: „Die Erde wird zu warm, sie bekommt Fieber und es geht ihr nicht gut.“

Auch über die Stadtwerke waren die Kinder gut im Bilde. Einige von ihnen haben bereits an Koch- oder Bastelaktionen teilgenommen. Eine Schülerin der Astrid-Lindgren-Schule wusste, dass der Stromkasten vor dem Schulgebäude von den Stadtwerken mit einem kunterbunten Pippi Langstrumpf-Motiv bemalt worden ist. Und der 9-jährige Fritz erklärte seinen Mitschüler:innen: „Die Stadtwerke helfen uns, wenn wir zu viel Energie verschwenden. Die bauen uns eine Solaranlage auf unser Dach, und die kennen sich mit Elektroautos aus.“

Alle für Mutter Erde

Stadtwerke-Geschäftsführer Tafil Pufja zog nach vier Tagen und sieben einzelnen Lerneinheiten ein rundum positives Fazit: „Das war ein perfektes Projekt, um auf lokaler Ebene junge Menschen noch stärker für Energiethemen und den Klimaschutz zu sensibilisieren.“ Ihn freut, dass auch die anderen Grundschulen der Stadt Interesse angemeldet haben und es 2022 mit dem Projekt in Willich voraussichtlich weitergehen wird.

Ramona Vietoris, Schulleiterin der Gottfried-Kricker-Schule, und ihre Kolleginnen sahen sich durch das Lernerlebnis Energie sparen und das große Interesse der Kinder darin bestärkt, ihre bisherige Arbeit in puncto Energiesparen motiviert fortzusetzen. Und sie legen den Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen das Bildungsprojekt sehr ans Herz. „Es hat alles gestimmt. Kindgemäße Aufbereitung, motivierende Moderation, direkter Lebensbezug“, sagt Ramona Vietoris. „Und ich bin sicher, ein Satz ist bei vielen Kindern hängen geblieben: Einer für alle und alle für Mutter Erde.“