Erste Hilfe: TVA-Mitglieder haben Kenntnisse aufgefrischt

Erste-Hilfekurs
Foto: Symbolfoto

Anne liegt rücklings auf dem Boden. Sie atmet nicht, davon hat sich Robert Holter-Hauke gerade überzeugt. Schnell fordert er eine nebenstehende Frau auf, den Notruf zu wählen. Er überstreckt Annes Nacken und beginnt mit der Wiederbelebung. 30 Mal drückt er dafür Annes Brustbein ein, beatmet sie zweimal und macht weiter mit der Herzdruckmassage.

Die Prozedur muss Anne an diesem Tag noch einige Male über sich ergehen lassen, denn sie ist die Reanimationspuppe des Malteser Hilfsdienst. Kursleiter Dietmar Vander hat sie Anfang Juni mit in die Geschäftsstelle des Turnvereins Anrath (TVA) gebracht, um die Erste Hilfe-Kenntnisse der anwesenden Turnvereinsmitglieder aufzufrischen.

Der stellvertretende TVA-Vorsitzende Thomas Jöst erklärt: „Wir haben letztes Jahr für unsere Übungsleiter Erste Hilfe-Kurse angeboten und bieten das nun auch den Mitgliedern an.“ Jede Gruppe könne so alle zwei Jahre ihre Ersthelfer-Kenntnisse auffrischen. Bedarf ist da, wie eine Kursteilnehmerin berichtet: „Ich möchte helfen können, wenn beim Sport neben mir jemand umfällt.“ Auch Jutta Jöst hat an dem Kurs teilgenommen. Sie sagt: „Ich möchte schon seit gefühlten 30 Jahren so einen Kursus machen. Die Berichte über unterlassene Hilfeleistung schockieren mich immer wieder. Ich möchte wissen, wie ich helfen kann und nicht aus Angst, das Falsche zu tun, nichts tun.“ Ihre zentrale Erkenntnis aus dem Kurs: „Ich kann nichts kaputt machen.“

Der Malteser-Kursleiter betont: „Es geht darum überhaupt etwas zu tun.“ Wie wichtig das ist, wird schnell klar: „Spätestens nach drei Minuten Sauerstoffunterversorgung treten irreversible Schäden auf“, so Dietmar Vander weiter und rät: „Der Anfang ist es, einen Notruf an die 112 abzusetzen.“ Im Sportjargon führt er weiter aus: „Erste Hilfe ist ein Teamsport. Aktiviert andere Menschen, indem ihr sie direkt ansprecht.“

Während Anne weiter auf dem Boden liegt, ist auch der Defibrillator ein Thema der Schulung. Überrascht stellen alle TVAler fest, wie einfach der kompliziert klingende Automatische Externe Defibrillator (AED) doch in der Anwendung ist. Das Gerät spricht und erklärt Schritt für Schritt, wann beatmet und was gemacht werden soll; selbst den Takt für die Herzdruckmassage gibt es vor. Zwei AED hat der Turnverein für die Sportstätten angeschafft. Ganz günstig sind die Geräte in Anschaffung und Wartung leider nicht: „Doch das ist es uns wert“, sagt Thomas Jöst.