Feldpostkarte vom 25. Dezember 1916 von Joseph Heyes aus den Karpathen, Ungarn

Hoffnung auf Frieden am 1. Weihnachtstag 1916

Josef Michael Heyes, am 25. November 1874 in Schiefbahn geboren, war Landwirt auf dem Berderhof, den es nachweislich bereits seit 1497 gibt. Seit dem Jahr 1858 war die Familie Heyes Eigentümer dieses Hofes. Und als Josef am 02. November 1915 zum Militärdienst eingezogen wurde, stand seine Ehefrau Franziska mit den sechs Kindern – vier Söhne, zwei Töchter – erst einmal alleine da. Die Jüngste, Wilhelmine, war ein halbes Jahr alt. Der Älteste, Theodor, war bereits neun.

Eine Feldpostkarte von November 1916 zeigte den damals 42-jährigen Josef M. Heyes hoch zu Ross. Er hat sich vor dem Kriegsfotografen in Positur gebracht. Das Bild sieht aus wie ein Urlaubsfoto. Dabei gehört der Schiefbahner Landwirt gerade einem Infanterie-Regiment an, das während des Ersten Weltkrieges in den Karpathen Stellung bezogen hatte.

Einige weitere Feldpostkarten von Josef M. Heyes hatten in den Jahren 1915 und 1916 auch die Eltern und Geschwister erreicht. Darin berichtete der Schiefbahner unter anderem von scharfen Schießübungen bei seiner Ausbildung in Elsenborn (heutiges Belgien). Im November 1916 schreibt er an seine Onkel und Tanten unter anderem: „Ob der Krieg nicht bald zu Ende ist? Ich meine, wir seien bald lange genug Soldat gewesen.“

Am 1. Weihnachtstag 1916 schrieb er an seine Familie in Schiefbahn mit der großen Hoffnung auf Frieden und Ende des Krieges: „… Man kriegt deutlich Heimweh, wenn man die Christbaumfeier sieht. Die österreichischen Zeitungen schreiben alle ziemlich freudig für den Frieden. Wir wollen zu Gott hoffen, dass der Frieden bald kommen wird, so dass ich bald für immer in Urlaub kommen kann……“

Das hartnäckige Bemühen von Franziska Heyes, ihren Mann zum Arbeitseinsatz nach Hause zu bekommen war am 11. Sept. 1917 erfolgreich. Ein Eintrag in seinem Militärpass, unterzeichnet von Hauptmann und Kompanieführer Weber zeigt, dass dem letzten Gesuch  entsprochen  und Josef Michael Heyes zur Arbeitsaufnahme im eigenen Betrieb widerruflich bis zum 30. Juni 1918 vom Militär- und Waffendienst befreit wurde. Im November 1918 war offiziell das Ende des Ersten Weltkrieges.