Feuerwehr Willich rettet Menschen aus dem Eis

Feuerwehr-Willich-Übung-Eisrettung
Foto: Willich erleben

Die Versuchung ist für viele aktuell groß – die Gefahr ist jedoch noch größer. Kaum friert es ein paar Tage, begeben sich die Menschen auf die noch viel zu dünne Eisdecke auf Willicher Gewässern. Und brechen möglicherweise ein.

Wie die Feuerwehr in solch einem Fall vorgeht, hat sie am Mittwochabend im Willicher Sport- und Freizeitzentrum bei einer Übung demonstriert. Auch für den Löschzug Schiefbahn eine seltene Gelegenheit auf die großen Gefahren zugefrorener Gewässer hinzuweisen, denn die letzte Übung zum Thema Eisrettung liegt viele Jahre zurück.

Sich selbst retten unmöglich

Ein Feuerwehrmann wird mit dickem neongelben Überlebensanzug und Leine gesichert auf das Eis geschickt. Der Anzug hält ihn warm und trocken. Bereits nach wenigen Meter bricht er ein. Sich selbst zu befreien – unmöglich! Nun ist er auf Hilfe von außen angewiesen.

Eine Fotostrecke findet ihr auf unserem Instagram-Kanal unter: instagram.com/willicherleben

Im ersten Versuch kommt ein Feuerwehrmann, ebenfalls mit wasserdichtem Überlebensanzug ausgerüstet, über das Eis gerobbt. Möglichst flach, um das Gewicht gut auf dem Eis zu verteilen. Beim Eingebrochen angekommen, sichert er ihn und wird von Kollegen am Rand mit Hilfe der Sicherungsleine an Land gezogen.

Die Feuerwehr warnt ausdrücklich vor dem Betreten der Eisflächen! Sie geht davon aus, dass ein Kind maximal zwei Minuten, ein Erwachsener maximal fünf Minuten im eiskalten Wasser bleiben kann. Nach dieser (kurzen) Zeit muss mit lebensbedrohlichen Unterkühlungen gerechnet werden. Sich selbst retten, fast unmöglich. Die Muskulatur macht wegen der Kälte nicht mehr mit. Sofort wird der „Ertrinkende“ zurück auf das Eis geschickt, um erneut einzubrechen.

Erste Rettungsmaßnahme: NOTRUF absetzen

Dieses Mal die Drehleiter möglichst nah in Stellung gebracht und die Szenerie ausgeleuchtet. Aber die Leiter reicht in diesem Fall nicht bis zur Einbruchstelle im Eis. Sofort macht sich ein Feuerwehrmann, hockend in einer festen Trage, auf dem Weg zum Ertrinkenden. Ein mühsames Unterfangen, denn er muss sich Stück für Stück nach vorne robben. Den eingebrochen Feuerwehr-Kollegen gesichert und in die Trage gezogen, ziehen ihn die Feuerwehrmänner vom Rand mit Hilfe der Sicherungsleine zurück an Land. Rettung geglückt!

Sofort die 112 zu wählen ist die beste Möglichkeit auf schnelle Rettung. Beobachtet man, dass jemand eingebrochen ist, erst den Notruf ansetzen, dann probieren ihm ein Stück oder ein Kleidungsstück zuzuwerfen. Kann der Eingebrochene sich daran nicht festhalten oder reicht dies nicht um ans Ufer zu krabbeln, auf keinen Fall selbst das Eis betreten!

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