Fitness-Training – Digitalisierung unterstützt den Erfolg

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Die Chip-Karte liegt auf dem Sensor-Feld und im Display erscheint die individuelle Trainingsanleitung, erklärt five-Experte Andreas Breetzman Halle 22-Mitglied Margret Mertens das Training mit Chip-Karte. Foto: Halle 22

Was hat Fitness-Training mit PC und Digitalisierung zu tun – abgesehen von der Erfassung der Mitglieder-Anmeldungen? – Auf den ersten Blick ist das für den Laien vielleicht nicht erkennbar, aber die Entwicklung geht immer mehr dahin und basiert durchaus auf wissenschaftlichen Methoden.

„Modernes Fitness-Training wird heute nach wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Körper und seine Eigenschaften konzipiert – und immer mehr auch digitalisiert, um den Erfolg zu festigen“ – schildert Thomas Mathes, Prokurist im Willicher Fitness- und Gesundheitsstudio Halle 22. Dabei variieren die Trainingsgeräte stark – von Geräten, die schon von der Optik her sehr technisch wirken bis zu schlicht wirkenden, aber hoch effektiven Trainingsmöglichkeiten.

Ehemaliger Tennisprofi entwickelte neues Konzept

Ein Beispiel ist das five-Konzept, erklärt Halle 22-Trainer Andreas Breetzmann, geschulter Experte in dem Thema: „In den letzten Jahren hat die Trainingswissenschaft auch immer mehr das Thema Faszien in den Fokus genommen – und die sind eigentlich unsichtbar“. Faszien sind nämlich die hauchdünnen Häutchen, die die Muskelfasern und dann die Muskelstränge umschließen. Das Problem: Sie können durchaus zu Schmerz-Zuständen führen, wenn sie etwa über einseitige Belastung verkürzen oder verkleben.

Entstanden ist das Konzept aus der Erfahrung des Tennis-Profis Lutz Kruger, der nach einer Verletzung Anfang der 90er Jahre seine Karriere beenden musste. Er entdeckte dann erst mit Unterstützung seines Arztes, dass der Körper durch die einseitige Bewegung „ungleich ausgebildet“ war. Als „Gegen-Therapie“ legte der Arzt ihn rückwärts über einen Baumstamm zur langsamen Dehnung der Hüftbeuger. „So entstand das Grundprinzip für das Mobilitäts- / Bewegungstraining. Es geht darum, Verkürzungen in den Faszien zu bekämpfen“, so Breetzmann.

Kruger und zwei Partner erarbeiteten sich einen umfassenden Zugang zu dem Thema Faszien-Training und entwickelten erst fünf (five), mittlerweile insgesamt zehn, Dehnungs-Geräte für verschiedene Körperteile / Muskelpartien. Die Struktur ist puristisch, verarbeitet werden Holz, Stein, Rollen und einfache Schiebekonstruktionen.

„In den 80er Jahren waren die Faszien noch unerforscht und wurden nicht behandelt“, erklärt Breetzmann. Hinzu kam, dass neue bildgebende Verfahren entstanden, die den Körper besser einsehbar machten. So wusste man erst spät, dass Faszien selbstständig kontrahieren, z.B. wenn Stresshormone ausgeschüttet werden. Das wiederum verursacht Schmerzen – und zwar ggf. an verschiedenen Stellen, „die Faszien sind über den ganzen Körper in Reihe geschaltet und hängen wie ein Netz zusammen“, so Breetzmann. Wird zum Beispiel eine Fußsohle behandelt, löst das die Spannung in der Kette und verbessert die Fähigkeit für Rumpfbeugen, nennt er ein Beispiel.

Richtiges Training mit Hilfe digitaler Kamera

Im vergangenen Jahr erfolgte der nächste Schritt: Das five-System ist jetzt an eine PC-gestützte Kamera angeschlossen. Breetzmann macht mit jedem Interessenten vor der Kamera einen Beweglichkeitstest, der die Basis für eine individuelle, digitale Trainingsanleitung bildet. Dann geht es an die Geräte – die Chipkarte wird eingesteckt und auf dem Display erscheint die Trainingsanleitung mit „Eieruhr“, um die Parameter und die Dauer der Übung exakt einzuhalten.

„So gewinnt der Trainierende mehr Sicherheit, dass er ohne Trainer- Anleitung alles richtig macht und sich sein Schmerz- und Fitnesszustand verbessert“, erklärt der five-Experte. Das Konzept hilft auch denen, die schon lange trainieren, die Beweglichkeit und Funktion des Körpers weiter zu stärken.

Für Thomas Mathes ist die Trainings-Digitalisierung ein wichtiges Thema für die weitere Entwicklung in der Halle 22 in diesem und den nächsten Jahren. „Wir werden hier neue Angebote schaffen oder bestehende optimieren. Damit wollen wir die Mitglieder-Betreuung noch weiter ausbauen.“