Edith Gribs (mi.; Inhaberin Halle 22), ihre Tochter Theresa Toellner (li.) und Prokurist Thomas Mathes (re.) schmieden viele Pläne für 2022. Foto: Halle 22

„Die zwei Jahre waren zwar schwierig, aber auch ein Prozess des Lernens, aus dem wir neue innovative Projekte für das nächste Jahr und die Zukunft entwickelt haben“ – dieses Fazit zieht Edith Gribs, Inhaberin des Fitness- und Gesundheitsstudios Halle 22 in Willich, mit ihrem Prokuristen Thomas Mathes. „Die langen Lockdown-Phasen waren für alle Studios schwierig, aber wir sind danach im Sommer wieder erfolgreich gestartet und mit der Wiedereröffnung zufrieden: Die Mitglieder sind mit viel Vertrauen zurückgekommen, auch weil wir beim Thema Hygiene und Abstand weiter mehr tun als gesetzlich vorgeschrieben ist.

Seit Ende November gilt die 2G-Regel und die Mitglieder halten sich daran“, schildert Edith Gribs. Viele seien einfach nur froh, wieder trainieren zu dürfen, weil ihnen der Sport und der Kontakt zu anderen gefehlt habe. Unvermeidbar war der in Branche übliche Verlust an
Mitgliedern, dieser liegt wie überall zwischen 20 und 30 Prozent, „aber es melden sich auch
viele Menschen wieder an, die über den Sport ihre Gesundheit sichern möchten. Dazu
gehört, dass sie ihr Immunsystem stärken wollen – das ist auch immer Krankheitsprävention“, so Edith Gribs weiter. Eine weitere Erfahrung: Gerade für die älteren Mitglieder mit 60 bis 80 Jahren war die lange Zeit ohne gezielte Bewegung ein Nachteil: „Man sieht, dass sie Beweglichkeit und Kraft verloren haben – das Phänomen nennt sich Sarkophenie. Unsere Trainer achten darauf, dass sie das behutsam aufbauen und damit ihre Leistungsfähigkeit und Eigenständigkeit zurückerhalten“, meint Thomas Mathes. Zusätzliches Vertrauen bringe das Zertifizierungsverfahren durch den TÜV Süd: Seit August 2021 ist das Studio auf Basis der Norm DIN 33961 Teil 1 bis 4 geprüft und erfolgreich zertifiziert.

Seit Sommer wird auch das Kursangebot wieder gut angenommen: Über ein Buchungssystem ist geregelt, dass nicht zu viele Menschen in den Kursräumen sind und die Abstände eingehalten werden. In diesem Bereich gibt es neue Angebote: Hula Hoop und Jumping‘ – ein Training auf Mini-Trampolins, für das 20 Geräte angeschafft wurden. Außerdem haben 2021 die Arbeiten für ein Outdoor-Trainingsangebot begonnen. Ab März 2022 werden rund 650 m² Freiluftfläche für Gerätetraining, Cycling und Entspannungsangebote (Yoga, Qi Gong und neu auch Pilates) zur Verfügung stehen. Einige Geräte, Kleingeräte und der Container sind bereits gekommen, weitere Ausstattung kommt noch im Frühjahr. Die „digitale Halle 22“ mit den Trainingsvideos auf youtube bleibt parallel erhalten. Neu ist eine Kooperation mit dem Osteopathen Markus Janßen, der in die früheren Räume der Physio 22 eingezogen ist.

Auch beim Thema Mitarbeiter/-innen ist die Bilanz im Kern positiv: „Wir haben in der Kurzarbeitsphase leider auch Trainer/-innen und Servicepersonal verloren, weil sie ihr volles Einkommen brauchten oder sich umorientiert haben. Erfreulicherweise sind neue Mitarbeiter und Auszubildende hinzugekommen“, beschreibt Mathes: „Wir haben ein tolles Team, das in diesen schwierigen Zeiten alle Auflagen und Entwicklungen mitträgt“.

Fazit:

Für Edith Gribs persönlich, die im nächsten Jahr 40 Jahre Selbstständigkeit feiert, waren die Monate ein emotionales Auf und Ab: „Ich bin grundsätzlich positiv an die Sache herangegangen und habe immer an einen Neustart geglaubt. Aber das Gefühl, so von außen ausgebremst zu werden, war ich einfach nicht gewohnt und es war nicht einfach damit umzugehen. Der Anblick des leeren Parkplatzes über Monate war schlimm. Da muss man schon stark bleiben und sich selbst motivieren“. Es sei ein bisschen wie 40 Jahre Überholspur und dann auf einmal Standstreifen gewesen, beschreibt sie. Auf der anderen Seite habe die Ruhezeit auch das Bewusstsein geschärft, „dass das, was wir tun richtig und vielleicht wichtiger denn je ist“.

Die Pläne für 2022:

Auch das Studio setzt auf eine kurz-, -mittel und langfristige Digitalisierungsstrategie z.B. ergänzende digitale Theken und Servicekonzepte, digitale Trainingskonzepte, digitales Coaching, 24/7 Zugang zum Outdoorcampus etc. Dies aber immer vor dem Hintergrund, den Mitarbeitern damit Freiräume zu schaffen. Zum einen, damit sie noch mehr Zeit für die Kunden haben mit einer Leistung von Mensch zu Mensch, zum anderen aber auch, dass sie dadurch selbst Freiräume für ihre persönliche Entwicklung und Lebensvorstellung erhalten. „Die Mitarbeiter sind unser bestes Kapital – Menschen gehen immer zu Menschen“, so Edith Gribs.