Home Aktuelles Fund bei Ausgrabungen: Verbindungsstollen vom Schloss zur Kapelle Klein Jerusalem

Fund bei Ausgrabungen: Verbindungsstollen vom Schloss zur Kapelle Klein Jerusalem

von Willich erleben

Graf Adrian Wilhelm von Virmond (*1613 – +1681) baute seine Burg von 1661-1669 zu einem Schloss um. Er stiftete den Neersenern ein Kloster mit Kirche und half seinem Freund Gerhard Vinhoven die Kapelle Klein-Jerusalem zu errichten. In diesen Zeiten, nach dem dreißigjährigen Krieg, war es üblich auch gleich einen Fluchtweg aus den Schlössern zu planen. In Neersen munkelte man Jahrhunderte lang von einem Verbindungsgang vom Schloss zum Kloster und der alten Kirche. Auch sollte der Gang weiter zur Kapelle Klein-Jerusalem gehen.

Wenn Dorf und Schloss auch eng zusammen lagen, so hält sich bis heute noch das Gerücht von dem unterirdischen Gange vom Dorf zum Schloß. Nach einer Redensart soll er das Kloster bzw. die Kirche mit dem Schlosse verbunden haben, nach einer anderen habe er im Dorresschen Hause angefangen. Bei drohenden Gefahren sollen die Bewohner durch diesen Gang die kirchlichen Geräte und sich selbst auf sicherem Wege zum Schloss gebracht haben. Vor über 50 Jahren öffnete man die Grabgewölbe in der Pfarrkirche und fand dort gut erhaltene Leichen der Mönche.

Die Neugier der Dorfbewohner war groß, und viele wollten sich ein Andenken von diesem seltenen Ereignis sichern. Stücke von priesterlichen Gewändern, von Stola und Messgewändern nahm man mit. Der Sammeleifer wurde so übertrieben, daß bald Stücke dieser Gewänder über die Dorfstraße lagen. In einer sehr schlimmen und stürmischen Nacht hörte der bei der Kirche wohnende Kaplan unter vielerlei Getöse eine Stimme, die sich über den Bruch des Grabfriedens und die Entweihung der Gräber beklagte. Darauf seien die Reste gesammelt und die Gräber geschlossen worden.

Bei der Gelegenheit wollten sich die alten Einwohner erinnern, daß in dem Grabgewölbe noch eine Tür vorhanden war, die man aber nicht geöffnet habe. Sie sollte mit dem fraglichen Gange in Verbindung stehen. Dadurch wurde der Glaube an einen solchen Gang genährt, obgleich man ihn nie festgestellt hat.

Beim Bau der neuen Kirche in Neersen wurden unterirdische verschüttete Gänge entdeckt. Um die sofort überall auftauchenden Diebe und Raubgräber fern zu halten, wurde es nicht publik gemacht. Der damalige Bürgermeister ließ aber, mit extra zur Geheimhaltung vergatterten städtischen Mitarbeitern, alles frei graben. Als der Gang bis zur Kapelle freigelegt und begehbar war, ließ Bürgermeister Heyes diesen Gang bis zum Verwaltungsgebäude in Schiefbahn verlängern, um nicht bei Sturm und Regen, auf seinem Fahrrad täglich der Witterung ausgesetzt zu sein. Leider konnte dieses Projekt nicht mehr vor seiner Pensionierung fertig gestellt werden.

Der neue Bürgermeister Christian Pakusch hält sich in der Sache bedeckt. Anfang 2022 wurden nächtliche Kamerafahrten, angeblich durch die Abwasserkanäle, durchgeführt. Aber es könnte auch….. Fest steht jedenfalls, erst wenn die letzten Arbeiten am Verbindungsstollen beendet sind, werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Büroarbeitsplätze wieder vollständig besetzen können….

Vielen Dank an unseren sehr treuen Leser Karl Franz-Josef Jansen für diese wunderbare Geschichte zum 01. April 2022.

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