Gastbeitrag Sanni Schuster

Am 06. November griff die Westdeutsche Zeitung das Thema Hundesteuer und Bestandsaufnahme auf. Darauf hin entwickelte sich auf der Facebookseite von Willich erleben eine rege Diskussion. Ganz besonders zu den Hinterlassenschaften der geliebten Vierbeiner. Sanni Schuster, Hundetrainerin und selbst Hundehalterin aus Willich, meldet sich nun noch mal mit einem Gastbeitrag hier auf Willich erleben zu Wort.

+++ Gastbeitrag (Anfang) +++

Ich bin doch immer wieder erstaunt….was das Blut am morgen so in Wallung bringen kann und vor allem, das man vom sachlichen ins persönliche abschweifen kann oder muss!!!

Es gibt IMMER 2 Seiten der Medaille. Meiner Meinung nach, sollte jeder Hundebesitzer die Hinterlassenschaften seines Hundes beseitigen bzw. auch schon darauf achten, wo die Fellnase sich „löst“. Das bekommen alle meine Kunden immer wieder mit auf den Weg.

Um mal beim Thema Hund zu bleiben…ich sage meinen Kunden auch immer wieder: „Rechnet mit der Unwissenheit oder Dummheit der anderen!“ Denn es ist ja auch so, dass es die einen geben, die Geld und viel Zeit für ein anständiges Training investieren, damit ihre Hunde gut erzogen sind und die anderen die es eben NICHT interessiert.

DNA – Register – gute Idee, wenn auch schon ein „alter Hut“ – aber mal ehrlich, wenn die Hundesteuer wirklich auch nur als Hundesteuer genutzt werden würde, dann zahle ich auch gerne mehr. Wo sind denn die ganzen Freilaufflächen für Hunde? Warum ist es nicht möglich in der Stadt Willich ein Trainingsgelände für eine Hundeschule zu finden?

Warum zahlen nur Hundehalter Steuer für die Hinterlassenschaften ihrer 4Beiner? Was ist mit den Katzenhaltern? Ich habe einen großen Garten und sammel hier den Kot meiner Hunde ein, wenn sie sich hier mal lösen und nein ich ekel mich nicht davor. Denn meine Hunde gehören zu meiner Familie. Ich sammel auch den Katzenkot der Nachbarskatze auf, die in MEINEN Garten scheisst. Was ist hier mit Steuer?

Es geht doch darum, das hier einfach ein Ungleichgewicht herrscht. 2. Hund teurer als der 1. und Katzenhalter zahlen gar nicht. Sorry finde ich einfach ungerecht.

Klar, so kann man jetzt argumentieren, muss man sich ja ein solches Vieh nicht anschaffen. Aber ICH für meinen Teil, habe keine Familie mehr und bin alleine. Für mich sind meine Hunde eben meine Familie.

Was ist mit den ganzen Hunden, die Jobs haben? Die Hunde, die immer wieder Menschenleben retten, die in Krankenhäusern und in Therapien eingesetzt werden, weil sie UNS Menschen einfach helfen? Die Hunde, die am Zoll Drogen finden. Die Hunde bei der Polizei, die täglich ihr Leben riskieren? Epilepsie und Diabetiker-Frühwarnhunde? Die Hunde die Krebs im Urin beim Menschen erkennen können? Mal ganz abgesehen von den ganzen Labor-Hunden wie Beagle, die immer wieder eingesetzt werden, um unsere Kosmetika etc. zu testen (ich bin ein strickter Gegner davon – aber es gibt sie nun mal)…nicht zu vergessen, meine eigenen Hunde, die ich im Training einsetze und die auch mal blöde Erfahrungen machen und Stress haben, wenn es um Artgenossen geht, die ein „Aggressionsproblem“ haben.

Noch mal, die Medaille hat 2 Seiten!!!!

Ich finde es absolut nicht in Ordnung alle Hundehalter über einen Kamm zu scheren und zu pauschalisieren!

Ich sag ja auch nicht alle Bartträger sind ungepflegt.

+++ Gastbeitrag (Ende) +++

Ein Gastbeitrag von Sanni Schuster / Pfötchen Akademie by Sanni Schuster

Anmerkung der Redaktion

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