Bruderschaft Niederheide

Er möchte mehr Menschen in die Bruderschaft holen – und dafür neue Wege gehen: Johannes Bäumges ist der neue Präsident der St. Johannes Bruderschaft Niederheide. Der 40-jährige König der Bruderschaft des Jahres 2015 wurde vor wenigen Wochen zum Nachfolger des bisherigen, mittlerweile 71-jährigen Präsidenten Alfred Kopp gewählt. In seiner Antrittsrede hatte er unter anderem ausgeführt, dass er die Bruderschaft mehr für Interessierte öffnen und sich damit um einen Anstieg des Mitgliederwachstums kümmern möchte. Die Tradition solle erhalten bleiben, aber die Chancen der neuen Zeit sollen ergriffen werden, so Bäumges.

Dabei sieht er eine besondere Herausforderung in der Gruppe der 20- bis 30-jährigen Mitglieder, die sich während der Ausbildung oder des Studiums in anderen Orten aufhalten und dann den Kontakt zum Verein verlieren können. Diese müssten als Mitglieder gehalten werden. Diejenigen, die sich nach der Ausbildung für den Wohnort Niederheide entschieden haben, sollten nach der Familiengründungsphase gewonnen werden können, sich über die Bruderschaft sozial einzubringen und aktiv zu werden.

Soziales Miteinander
Die Bruderschaften müssten sich generell der Herausforderung stellen, den Wettbewerb gegen andere Freizeit-Angebote zu bestehen und hätten nicht mehr den Zulauf wie noch vor rund 30 Jahren.

„Wir müssen wieder mehr Menschen für das Schützen-Brauchtum gewinnen und von dem überzeugen, was wir tun“, so der neue Präsident: Schützen seien nicht nur die „Schießenden“, sondern aus ihrer Tradition heraus mit dem Auftrag des „Schützens“ der dörflichen Gemeinschaft versehen. Heute stehe dort der soziale und gesellschaftliche Gedanke im Vordergrund. So organisiere die Niederheider Bruderschaft jährlich eine Weihnachtsfeier für Niederheider Senioren oder habe mit der Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn vor einigen Jahren die Aktion „Schützen helfen“ gestartet, die das Ziel hat, unverschuldet in Not geratene Menschen aus Schiefbahn zu unterstützen. „Wir wollen diese Aktivitäten für die Gesellschaft stärker herausstellen“, betont Bäumges.

Ein anderer Ansatz sei es gewesen, vor zwei Jahren auch Frauen in die Bruderschaft aufzunehmen – eine Entwicklung, die sich auch in vielen anderen Bruderschaften beobachten lasse. Die Frauen hätten schon erste Ideen anden Vorstand getragen, beispielsweise in Bezug auf das jährliche Familienfest im Park des St. Bernhard-Gymnasiums, wollten aber weiter kommen, so Bäumges: Mittlerweile seien einige Frauen bereits auf ihn zugekommen und hätten signalisiert, dass sie sich vorstellen könnten, auch beim Schützenfest aktiv zu werden.

Jugendangebote
Umfangreich seien die Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Bruderschaft: „Als jüngste Gruppe hat sich im vergangenen Jahr eine neue Gruppe der Tellschützen zusammen gefunden. Sie sind zwischen sechs und zehn Jahren alt“, so Bäumges. Aus den früheren Tell-Schützen wiederum haben sich Jungschützen-Züge gebildet, die von der Bruderschaft bei den ersten Schritten im Schützenwesen unterstützt werden: Die Bruderschaft übernimmt ein Jahr lang die kompletten Kosten der Uniform, dann gibt es bis zum 18. Lebensjahr einen jährlichen Zuschuss. Weiteres Angebot ist die Gruppe der Fahnenschwenkerinnen.

Der Vorteil für die Eltern der Nachwuchs-Schützen: Es findet alles in der Nähe statt: Die Tellschützen treffen sich auf dem Festplatz und üben das marschieren oder sie schießen auf der Anlage am Niederheider Hof. Damit ist alles zu Fuß erreichbar. Wichtig ist dem Präsidenten dabei, dass „unsere Kinder mit einem Lasergewehr schießen, nicht mit Munition“.

Info:
Die Jungschützen werden von Matthias Wolf als Jungschützen-Vorsitzendem betreut. Wer Infos zum Schützen-Nachwuchs haben möchte, kann ihn unter der E-Mail: jungschuetzenmeister@johannes-bruderschaft.de erreichen.