Die Albert-Schweitzer-Schule im Jahr 1961. Foto: Stadtarchiv

Durch die vielen Ostflüchtlinge wurde schon bald nach Kriegsende die Einrichtung einer Evangelischen Volksschule notwendig. Den Antrag dafür stellte die evangelische Kirchengemeinde im Juli 1947. Die Eltern der einzuschulenden Kinder entschieden sich mehrheitlich für eine evangelische Bekenntnisschule.

EINWEIHUNG DER EVANGELISCHEN SCHULE

Diese provisorische Schule wurde am 13. April 1948 in Räumen der Mädchenschule an der Neersener Straße eingeweiht, die in den Jahren zuvor auch als Flüchtlingsunterkunft gedient hatte. Zunächst wurden alle 157 Kinder in einer Klasse unterrichtet, doch noch im selben Jahr wurden Planstellen für die Errichtung zweier weiterer Klassen geschaffen. So erhielt der erste Lehrer, Alfred Kipke, Verstärkung durch Emma Eichler und Ernst Stryjewski. Den Schulhof teilte man sich mit der benachbarten Mädchenschule, wobei streng darauf geachtet wurde, dass die Schüler getrennt blieben.

NEUBAU AN DER LORENZ-SCHMITZ-STRASSE

Anfang und Mitte der 50er Jahre stieg die Schülerzahl in solch einem Ausmaß, dass sich der Gemeinderat mit einem Neubau befassen musste und diesen am 5. Juli 1957 genehmigte. Im Schuljahr 1958/59 wurde die behelfsmäßige Unterbringung mit der Errichtung eines Schulneubaus am alten Vikarie-Kirchweg (heute: Lorenz-Schmitz-Straße) beendet. Die Bauarbeiten begannen mit der Grundsteinlegung am 27. Oktober 1958. Am 23. September 1959 konnte der vom Düsseldorfer Architekten Metzner gestaltete Bau, dem der Name „Pestalozzischule“ gegeben wurde, eingeweiht werden. In den Jahren 1964/1965 wurde ein weiterer Komplex mit vier Klassenräumen errichtet, in dem auch die neue Anrather Sonderschule untergebracht wurde. 1967 hatte die Schule 233 Schüler.

UMWANDLUNG ZUR GEMEINSCHAFTSGRUNDSCHULE

Auf Antrag der Elternschaft wurde die Schule im Oktober 1972 in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt. 1973 wurde der Schule ein Schulkindergarten für die Stadtteile Anrath und Neersen angegliedert. In jenem Jahr erhielt die Schule den Namen Albert-Schweitzer-Schule. Aufgrund des Schülerrückgangs infolge des „Pillenknicks“ stellte die Schule der Stadt 1984 zwei Klassenräume für die Einrichtung von Kindergartengruppen zur Verfügung.

ERWEITERUNGSBAU UND OFFENE GANZTAGSSCHULE

Am 30. April 1997 beschloss der Stadtrat, die Schule auf drei Züge auszubauen. Der Grundstein für den aus vier Klassenräumen und einem Verwaltungstrakt bestehende Erweiterungsbau wurde am 31. Oktober 1998 gelegt Am 19. Juni 2000 wurde er eingeweiht. Die Baukosten betrugen 1,5 Mio. DM.

Im Januar 2015 beantragte die Albert-Schweitzer-Schule als letzte Grundschule im Stadtgebiet die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule (OGS). Diesem Antrag kam der Schulausschuss am 25. Februar 2015 nach. Im August 2015 nahm die Gruppe mit 20 Kindern die Arbeit auf.

Schulleiter:
Alfred Kipke (1948-1968)
Roswitha Reumann (1968-1996)
Eva Mertens (1996-2014)
Barbara Jansen (seit 2014)