Foto: Stadtarchiv

Bereits am 5. April 1950 beantragte die Evangelische Kirchengemeinde Mönchengladbach/Schiefbahn die Einrichtung einer zweiklassigen Evangelischen Volksschule in Schiefbahn.

Am 1. April 1952 wurde eine „Evangelische Volksschule“ gegründet, der Unterricht begann am 17. April mit 87 Schülern. Anfangs wurden alle Jahrgänge in zwei Klassen in einem einzigen Raum der alten Dorfschule unterrichtet. Erster Schulleiter war Johannes Schreier, ihm zur Seite stand Edith Griwatz. Die feierliche Eröffnung erfolgte erst am 13. Juni 1952.

1954 erhielt die Schule zumindest für einige Tage einen zweiten Klassenraum. Zum Schuljahr 1957/58 kam mit Werner Großmann ein dritter Lehrer.

WEITERES WACHSTUM

Im März 1958 konnte die Schule nach dem vollständigen Umzug der Katholischen Volksschule an die Schillerstraße den kompletten Altbau belegen. Dieser befand sich aber in einem katastrophalen Zustand. So stand die Gemeinde Schiefbahn vor der Entscheidung, die alte Volksschule an der Pfarrkirche aufwändig zu sanieren oder aber einen Neubau zu errichten. Zur Klärung dieser Frage wurde das Staatshochbauamt eingeschaltet, das letztlich zu einem Neubau riet. Da die Gemeinde selbst über keine Baugrundstücke verfügte, profitierte sie vom Entgegenkommen der Geschwister Schauenburg, die 1960 ein Grundstück an der Wilhelm-Busch-Straße zur Verfügung stellten. Im Juli 1960 entschied sich der Rat für den Entwurf des Hülser Architekten Schattmann.

Am 24. März 1964 wurde die evangelische Volksschule Schiefbahn eingeweiht. Ihren Namen* (* damals „Agnes-Miegel-Schule“ – was später für heftige Diskussionen und eine Umbenennung der Schule sorgte. Anm. d. Red.) erhielt sie auf Vorschlag des ehemaligen Rektors Karl Zemlin. Am 1. August 1966 wurde sie im Rahmen der NRW-Schulreform in eine Grundschule umgewandelt.

Bereits 1967 wurde ein Erweiterungstrakt in Auftrag gegeben. Doch erst 1970 wurde dieser Anbau mit sechs Klassenräumen, Gruppenräumen und einer Pausenhalle sowie eine Turnhalle und eine Hausmeisterwohnung gebaut.

UMWANDLUNG ZUR GEMEINSCHAFTSGRUNDSCHULE

1971 wurde die evangelische Grundschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt, nachdem sich 1969 noch die Mehrheit der Eltern gegen diesen Antrag entschieden hatte.

Am 22. Juni 1994 beschloss der Rat, die Schule auf drei Züge zu erweitern. Folglich musste ein neuer Erweiterungsbau errichtet werden. Am 18. Dezember 2003 beschloss der Stadtrat, die Agnes-­Miegel-Schule zum Schuljahresbeginn 2005/2006 in eine Offene Ganztagsschule umzuwandeln. Gleichzeitig wurde der Kinderhort in die Ganztagsschule überführt. Aufgrund der hohen Anmeldezahlen beschloss der Jugendhilfeausschuss im Dezember 2008, zum Schuljahr 2009/2010 eine weitere OGS-Gruppe einzurichten.

NAMENSWECHSEL

Im Herbst 2007 entspann sich eine leidenschaftlich geführte Diskussion über die Namensgeberin der Schule. Nachdem sich eine Düsseldorfer Realschule dafür entschieden hatte, aufgrund der Nähe von Agnes Miegel zum Nationalsozialismus einen neuen Namen zu suchen, forderten auch in Willich zahlreiche Personen eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Schule, unter ihnen Schulleiterin Karin Vogt. Andere wiederum betonten, man müsse in Agnes Miegel vielmehr eine begnadete Dichterin sehen. Am 18. Februar 2008 beschloss die Schulkonferenz, den Namen Agnes-Miegel-Schule abzulegen und beantragte beim städtischen Schulausschuss eine Namensänderung in „Astrid-­Lindgren-Schule“. Am 25. Juni 2008 beschloss der Rat bei zwei Enthaltungen offiziell die Umbenennung.