Die Jahnschule kurz nach Bau im Jahr 1966. Foto: Stadtarchiv Willich

Die damalige „Katholische Volksschule III“ in Schiefbahn-Knickelsdorf wurde am 15. November 1965 nach einer knapp zweijährigen Bauzeit eingeweiht. Die Baukosten für die von Lutz Limmer geplante Schule betrugen rund 2,4 Millionen DM. Die neue Schule umfasste neun Klassen, Werk- und Physikraum, Turnhalle und Aula.

Bereits im Oktober 1965 hatte der Gemeinderat beschlossen, die neue Schule „Jahnschule“ zu nennen. Um den Schiefbahner Kindern die Möglichkeit zu öffnen, vor Ort Schwimmunterricht zu bekommen, hatte die Gemeinde den Bau eines Lehrschwimmbeckens in der neuen Schule beschlossen. Seit dem Schuljahr 1971/1972 benutzte die Jahnschule die Pavillonklassen der aufgelösten Sonderschule. Diese mussten aufgrund ihres schlechten baulichen Zustands 1982 aufwändig saniert werden. Im August 1984 wurde eine Lehrküche eröffnet, die Kosten betrugen rund 120.000 DM. 1985 wurde die Schule mit den ersten sechs Computer-Arbeitsplätzen ausgestattet.

KRISE DER SCHULE UND SCHLIESSUNG

Als Ende der 1980er Jahre die Anmeldungen an den Hauptschulen im Stadtgebiet dramatisch zurückgingen, ordnete der Regierungspräsident die Schließung der Neersener Hauptschule an. Gleichzeitig forderte er eine städtische Standortgarantie für die Johannesschule als zwingende Voraussetzung für die Bezuschussung einer Sporthalle in Anrath. Da die Gerhart-Hauptmann-Schule „gesetzt“ war, wurde allen Beteiligten klar, dass nun die Jahnschule zur Disposition stand. So war es auch keine Überraschung, als die Regierung im Oktober 1989 einer Umwandlung in eine Ganztagsschule die Zustimmung verweigerte. Am 2. Mai 1991 beschloss der Stadtrat, zum Schuljahresbeginn 1992 eine vierzügige Gesamtschule einzurichten. Im Gegenzug entschied er, die Gerhart-Hauptmann-Schule zum 31. Juli 1992 aufzulösen und an der Jahnschule ab1992 keine Eingangsklassen mehr zu bilden, sie dann spätestens 1997 zu schließen.

Zum 1. August 1995 wurde die Jahnschule dann aufgelöst. Für ein Schuljahr wurde eine Depandance der Johannesschule gebildet, um den letzten Schülern noch einen Abschluss zu ermöglichen. An- schließend wurde das Gebäude für die Bedürfnisse einer Sonder- schule umgebaut. Zum Schuljahresbeginn 1997/98 zog dann die Willicher Pestalozzischule in das Gebäude.

SCHULLEITER

Erwin Engel (1965-1980) · Christoph Macke (1980-1992) · Hans-Gerd Segerath (1992-1995)