Feierliche Einweihung des Krankenhaus-Neubau im Jahr 1963.

Katharinen-Höfe – das Areal im Herzen von Alt-Willich wird ein spannender Bereich: Auf dem Gelände des früheren Katharinen- Hospitals entsteht ein Wohn- und Geschäftsviertel. Grund genug für „Willich erleben“ noch einmal die Geschichte der Fläche darzustellen.

In diesem Posting präsentieren wir Teil 2 – beginnend mit dem Neubau

DAS NEUE KATHARINEN-HOSPITAL

Am 19. September 1961 erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau, am 8. November wurde der Grundstein gelegt. Das fertige Bauwerk wurde am 1. Oktober 1963 in Anwesenheit von Diözesanbischof Pohlschneider und dem Düsseldorfer Architekten Karl Monerjan seiner Bestimmung übergeben, die Baukosten betrugen 6,3 Mio DM. Im Januar 1967 beschloss die Pfarrgemeinde den Bau eines neuen Schwesterwohnheims. Das notwendige Grundstück im Willicher Park erhielt man durch einen Gebietstausch mit der Zivilgemeinde (Beschluss des Hauptausschusses vom 11. Mai 1967). Am 29. Oktober 1969 wurde nach einer Bauzeit von rund 14 Monaten das ebenfalls von Karl Monerjan konzipierte Gebäude eingeweiht.

Es verfügt über 85 Zimmer für das Krankenhauspersonal, mehrere Gemeinschaftsräume sowie einen Schulungsraum für angehende Krankenhelferinnen. Zusammen mit dem Wohnheim wurde eine vom Kevelaer Künstler Willi Horsten gestaltete und am 13. Dezember 1970 geweihte Kapelle errichtet, die auch – durch einen unterirdischen Gang – vom Krankenhaus aus erreichbar ist. Die Baukosten betrugen rund 2,5 Millionen DM. Das neue Hospital verfügte über die drei Hauptabteilungen Chirurgie, Innere Medizin und Anästhesie sowie über die drei Belegabteilungen Gynäkologie, Geburtshilfe und Hals-Nasen-Ohren mit insgesamt 172 Betten. Krankenhausträger war nach wie vor die Kirchengemeinde mit den drei Organen Kuratorium, Krankenhausausschuss und Krankenhausdirektorium. Der Altbau wurde anfangs noch als Personalwohnheim genutzt, im Sommer 1971 jedoch abgerissen. An seiner Stelle entstand ein Parkplatz, der im März 1972 fertiggestellt wurde.

1986 – ABSCHIED DER LETZTEN ORDENSSCHWESTERN 1976

wirkten noch 13 Dernbacher Schwestern im Krankenhaus. Vier von ihnen waren Stationsleiterinnen, die anderen arbeiteten im Operationssaal, der Apotheke, der Hauswirtschaft, in der Schwesternschule und in der Röntgenabteilung. Im Laufe der Jahre nahm ihre Zahl jedoch stetig ab und im September 1986 verließen die letzten sechs Ordensschwestern das Krankenhaus.

Am 1. Juli 1987 wurde mit dem Bau einer Intensivstation begonnen, die am 14. April 1988 in Betrieb genommen werden konnte. Der Station standen nun fünf Betten zur Verfügung – drei für die innere Medizin, zwei für die Chirurgie. Im Zeitraum von 1988 bis 2003 wurden rund 9.000 Patienten behandelt, was zu einer durchschnittlichen Auslastung von 82 % führte.

Im Juni 2002 veranstaltete das Katharinen-Hospital die ersten „Willicher Gesundheitstage“.
Im Juli 2003 wurde publik, dass die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie geschlossen werden müsse. Der Grund für die Schlie- ßung lag in dem von den Krankenkassen nicht mehr unterstützten Belegsystem. Die Schließung erfolgte zum Jahresende 2004.