Geschichte erleben: St. Bernhard
Teil 3

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Eine Luftaufnahme des St. Bernhard Gymnasium aus dem Jahr 1964.

1946 als Missionsschule der Hünfelder Oblaten in Schiefbahn-Niederheide eröffnet, seit 1953 Progymnasium, seit 1968 Vollgymnasium. 2007 Wechsel der Trägerschaft zum Malteserorden.

1945 war die Oetker-Villa unbewohnt, sie hatte zuletzt als Reparaturwerkstatt einer Panzerlehrdivision gedient und war nach Kriegsende geplündert worden. Der Schiefbahner Apotheker Schmitz nahm Kontakt zu Pater Mehren in Lürrip auf, welcher sich mit dem Superior in Hünfeld in Verbindung setzte.

Hünfeld wünschte schon seit längerer Zeit eine Missionsschule im Rheinland, außerdem hatte der Orden durch den Krieg seine Missionsschulen in Valkenburg (Niederlande), Striegau (Niederschlesien), sowie Teplei und Eger (beide Sudetenland) verloren. Finanzieller Grundstock für die Errichtung eines Internates war eine Spende der Gladbacher Witwe Brüsten, die Pater Mehren bereits 1940 eine Spende in Höhe von 25.000 Mark zur Errichtung eines Klosters übergeben hatte.

ERÖFFNUNG DER MISSIONSSCHULE

Am 1.9.1945 zog Pater Mehren in der ehemaligen Oetker-Villa ein, nachdem die Briten die erforderliche Genehmigung erteilt hatten. Am 15. Oktober fand der erste Gottesdienst in der Villa statt. In der Folgezeit kamen weitere  und Brüder nach Schiefbahn, um Pater Mehren beim Aufbau der Schule zu unterstützen. Am 15.10.1946 öffnete die Missionsschule St. Bernhard mit angeschlossenem Internat. Im Internat wurden nur Schüler aufgenommen, die später einmal für den Oblatenorden als Priester und Missionare wirken wollten. Die neue Schule wurde nach dem Schiefbahner Pfarrer Bernhard Nicolini benannt, der sich sehr für die Ordensniederlassung eingesetzt hatte.

Die erste Klasse von 21 Schülern kam aus Burlo/Westfalen. 1949 wurde mit dem Beginn des neuen Schuljahres die Mittelstufe eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt unterrichteten drei Patres und zwei weitere Lehrer insgesamt 47 Schüler. Am 3.1.1950 beantragten die Hünfelder Oblaten die Genehmigung, im Oetkerpark einen Friedhof anlegen zu dürfen, der ausschließlich zur Beerdigung der in der Klostergemeinschaft verstorbenen Ordensangehörigen dienen sollte. Am 15.7. erhielten die Hünfelder Oblaten die Genehmigung.

AUSBAU ZUM PROGYMNASIUM

Am 17. Januar 1953 beschloss der Orden, die Missionsschule zu einem Progymnasium aufzubauen. Die staatliche Genehmigung erfolgte unter der Bedingung, bis Ostern 1958 einen neuen Schul- und Internatsbau nach den Vorschriften der Schulbehörde zu errichten. Im Mai 1954 hatte St. Bernhard 45 Schüler, 33 Internatsschüler und 12 einheimische Kinder aus Willich, Schiefbahn und Neersen. Sie wurden unterrichtet von sechs Patres und einem Oberstudienrat aus Krefeld. Im Juli 1955 tätigte der Generalobere des Oblatenordens, Leo Deschateles, den ersten Spatenstich für einen zweigeschossigen Neubau auf dem Schulgelände. Der erste Gebäudeteil mit sechs Klassenräumen, also der nördliche Flügel von „Schule 1“ wurde im Mai 1956 fertiggestellt. Die unteren Räume wurden als Klassenzimmer genutzt, in der oberen Etage Schlafräume für 75 Internatsschüler eingerichtet.

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Das Schulgelände im Jahr 1962.

Im Juli 1958 wurden das viergeschossige Internatsgebäude (heute Stadtverwaltung) sowie der winkelig angebaute zweigeschossige Trakt mit Küche und Speisesaal eingeweiht. In dem Internatsgebäude wurde im Erdgeschoss die Schulverwaltung untergebracht, in der Etage darüber eine Bibliothek und die Zimmer der Patres. Die beiden oberen Stockwerke beherbergten Schlaf- und Aufenthaltsräume für die Internatsschüler. Ostern 1959 folgte der südliche, durch einen Quergang mit dem bereits bestehenden Gebäude verbundene südliche Flügel von „Schule 1“. Im März 1960, nach dem Bau von „Schule 1“ und „Schule 4“ wurde St. Bernhard endgültig als „Altsprachliches privates Gymnasium“ anerkannt. Am 7. September 1961 wurde der Grundstein für die neue Kirche gesetzt. Die Zeltform des Daches wurde als Symbol für das Verständnis christlicher Arbeit bezeichnet. 1962 bis 1965 hatte die Schule 170 Schüler.

ST. BERNHARD WIRD VOLLGYMNASIUM

1968 wurde das Gebäude „Schule 2“ errichtet. Im gleichen Jahr erteilte das Land die Genehmigung, St. Bernhard zum Vollgymnasium auszubauen (bis Klasse 13). 1970 legten die ersten acht Schüler das altsprachliche Abitur ab (1971 bereits zum letzten Mal, seit 1972 erfolgte das neusprachliche Abitur). Zum Schuljahrs Beginn 1970/1971 wurde die Koedukation eingeführt. Das Gymnasium hatte nun 420 Schüler, davon jedoch nur 170 im Internat.

Teil 4 veröffentlichen wir in der Ausgabe 15 im Juni 2018.