Geschichte erleben: St. Bernhard
Teil 4

Teil 4: von den Hünfelder Oblaten zum Malteser-Orden
1973 Fertigstellung von Schule 3 – 1993 Auflösung des Klosters – 2007 Wechsel der Trägerschaft

Teil 3
Teil 2
Teil 1

1972 wurden die alten Verträge der Gemeinden Willich und Schiefbahn bezüglich der Übernahme des Zins- und Tilgungsdienstes für die Erweiterung des Gymnasiums von der Stadt Willich übernommen. So stand dem Bau von „Schule 3“ nichts mehr im Weg. Das Gebäude wurde am 1.8.1973 fertig- gestellt, die Schülerzahl stieg in diesem Jahr auf 614. Da die Zahl der Internats- schüler fortlaufend nachließ, wurden 1975 Internatszimmer in Klassenräume umgebaut. In jenem Jahr erwarb die Stadt Grundstücke, um die L 361 am Gymnasium zu begradigen und dort einen Parkplatz zu errichten. Ebenfalls 1975 wurde auf dem Gelände des Gymnasiums eine gemeinsame Schulsportanlage mit der benachbarten Willi-Graf-Schule errichtet. Diese musste bereits 1983/1984 aufgrund fortgesetzten Vandalismus saniert werden.

1976 stimmte das Land der Erweiterung des Gymnasiums auf vier Züge und den damit verbundenen baulichen Maßnahmen zu. 1977 wurde das Internat endgültig aufgelöst. Zum Schuljahresbeginn 1978 wurde „Schule 5“ mit zwanzig Klassenräumen sowie Sonderräumen für Biologie und Chemie fertiggestellt. Im Rahmen der Maßnahme errichtete der Architekt Samland „Pilze“, mit denen eine Verbindung vom neuen Trakt zu den bereits vorhandenen Gebäuden hergestellt wurde. 1982 hatte das Gymnasium 1131 Schüler.

Seit 1983 gibt es einen regelmäßigen Schüleraustausch zwischen dem St. Bernhard-Gymnasium und dem College Sainte Marie in Linselles. Im Herbst 1988 sah es danach aus, als ob die Hünfelder Oblaten aus finanziellen Gründen die Trägerschaft über das Gymnasium aufgeben müssten. Nachdem die Stadt erklärt hatte, sich stärker an den laufen- den Kosten beteiligen zu wollen, erklärte der Orden, zumindest bis 1993 die Trägerschaft behalten zu wollen. Im folgenden Jahr ließ der Orden die Oetker-Villa umbauen und renovieren. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Gebäude von den Oblatenpatres und -brüdern bezogen.

Im Januar 1990 vereinbarten Orden und Stadt einen Kompromiss, nach dem die Oblaten zusicherten, die Trägerschaft auf unbestimmte Zeit zu halten. Im Gegenzug pachtete die Stadt das ehemalige Internatsgebäude an und richtete dort sukzessive eine Dienststelle der Verwaltung ein.

Auflösung des Klosters

Am 28. August 1993 wurde das Haus Schiefbahn als eigenständiges Kloster aufgelöst. Die Trägerschaft der Schule verblieb jedoch beim Orden. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Pater Grosse-Vennhaus erhielt St. Bernhard mit Helmut Schell seinen ersten „weltlichen“ Schulleiter. Die Trägerschaft verblieb jedoch weiterhin beim Orden. Zum 1. Januar 1994 vermietete der Orden weite Teile des ehemaligen Klosters an die Stadt Willich,

so das ursprüngliche Klostergebäude, den Speisesaaltrakt, die Zeltkirche mit den Seitenkapellen und weite Teile des Klosterparks. Am 28. August 2001 beschloss der Stadtrat den Bau einer neuen Zweifachsporthalle auf dem Schulgelände.

Der Grundstein wurde am 16. Mai 2003 gelegt, das Richtfest für das 1,97 Mio € teure Objekt fand am 27. September 2003 statt, die Einweihung erfolgte am 10. September 2004. 2003 hatte das Gymnasium rund 1.200 Schüler.

Wechsel der Trägerschaft

Im Juni 2005 erklärte der Orden seine Absicht, die Trägerschaft des Gymnasiums zum 31. Juli 2007 endgültig abzugeben. Als Grund für diese Maßnahme gab er seine angespannte Personalsituation an. Der Entschluss der Oblaten führte zu massiven Protesten von Schülern, Eltern und Lehrern, aber auch Vertretern des Stadtrates. Am 21. Dezember 2005 beschloss der Stadtrat, einen Kaufvertrag vorzubereiten, der den Erwerb der Liegenschaft St. Bernhard zum Schuljahresbeginn 2007/2008 sicherstellen sollte.

Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, einen neuen Träger für die Schule zu suchen. Mit dem Malteser-Orden und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) fanden sich zwei Interessenten. Nachdem die Hünfelder Oblaten sich Anfang März 2006 für den Malteser- Orden als neuen Träger aussprachen, schloss sich auch die CDU-Mehrheit im Stadtrat diesem Votum an. Das CJD erklärte daraufhin im Mai seinen Verzicht auf eine Trägerschaft. Am 18. Mai beschloss der Stadtrat mehrheitlich, mit den Maltesern eine Trägerschaftsvereinbarung abzuschließen, die dann auch am 16. Januar 2007 unterzeichnet wurde und die am 1. August in Kraft trat. Am 1. August 2007 wechselte die Trägerschaft über das St. Bernhard- Gymnasium von den Hünfelder Oblaten zum Malteser-Orden.