Foto: Grüne Willich

Eigenständig Entscheidungen für sich und sein Leben zu treffen ist für jeden Menschen wichtig. Gerade Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen und/oder Sinnesbehinderungen brauchen ein möglichst umfassendes Bild von Informationen. Nur so kann man abwägen und eine Entscheidung treffen, die für sich selbst, das eigene Kind, Partner, Eltern oder Betreute passt.

Umfassende Informationen zu erlangen gestaltet sich mitunter sehr schwierig, weiß Claudia Poetsch aus eigener Erfahrung: „Es gibt viele Informationen, die man allerdings an ebenso vielen verschiedenen Stellen zusammensuchen muss. Und im Nachhinein stellt man dann in Gesprächen mit anderen Betroffenen immer wieder fest, dass es auch diese oder jene Unterstützungsmöglichkeit gegeben hätte, von der man aber nichts wusste.“ Ärzte, Selbsthilfegruppen oder Träger von speziellen Einrichtungen halten wertvolle Informationen bereit oder sind beratend tätig. Sie kennen sich aber oftmals nur in den Fachthemen aus, die sie speziell vertreten.

Claudia Poetsch, stellvertretende Bürgermeisterin und Vorsitzende des Sozialausschusses, macht sich daher für einen „Inklusions-Kompass Willich“ stark. Er soll eine Übersicht zum Beispiel über Angebote zu barrierefreien Gaststätten und Hotels, Selbsthilfegruppen, Therapie-, Freizeit- und Sportangebote, Urlaubsangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen, Vereine und Organisationen sowie Dienstleistungen und Arztpraxen mit entsprechenden Schwerpunkten in Willich und der näheren Umgebung geben. Frei von Trägerinteressen sollen so Betroffene gebündelte Informationen finden, die sie in unterschiedlichen Lebenslagen benötigen. Nicht nur für die Befüllung und Pflege des Online-Angebotes, sondern auch als Ansprechpartner mit Lotsenfunktion und für das Netzwerken soll eine hauptamtliche Stelle in der Verwaltung geschaffen werden. „Im Vordergrund soll vor allem auch die Zusammenarbeit mit dem sehr geschätzten ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten in Willich stehen“, so Poetsch.

„In unserer Stadt können wir bereits auf eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften im Rahmen der Seniorenarbeit, Familienberatung sowie in der Flüchtlingshilfe blicken“, erklärt Merlin Praetor, Parteivorsitzender der GRÜNEN. „Das Beratungsportfolio der Stadt Willich würde mit dem InklusionsKompass und einer Inklusionsberatungsstelle um ein notwendiges und sinnvolles Aufgabenfeld ergänzt.“

Ruben Wippermann, Obmann der GRÜNEN im Sozialausschuss betont, dass die Umsetzung auch zur Erreichung der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Global Nachhaltige Kommune (Themenfeld A: Gesellschaftliche Teilhabe) beiträgt und den Zusammenhalt von und ein besseres gegenseitiges Verständnis für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung fördert.