Foto: Grüne Willich / Archiv

Die gemeinsame Liste von Bündnis 90 / Die Grünen und FÜR WILLICH werden in der konstituierenden Sitzung des Willicher Stadtrates am 10. November Claudia Poetsch als 1. Stellvertretende Bürgermeisterin und Theresa Stoll als zweite stellvertretende Bürgermeisterin vorschlagen. Beide Fraktionen waren sich einig, mit diesem Schritt den Bürgerwillen der Kommunalwahl umzusetzen.

Hier hatte Claudia Poetsch mit knapp 29 Prozent der Stimmen den zweiten Platz hinter Christian Pakusch erreicht. Außerdem wolle man ein Zeichen setzen, mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen zu platzieren.

Neben dem Personalvorschlag stellten beide Fraktionen auch gemeinsame Ziele vor. Grünen-Fraktionsvorsitzender Christian Winterbach regte an, dass von den Mitteln aus den Corona- Konjunkturpaket ein essentieller Anteil in die Modernisierung der Robert-Schumann-Gesamtschule fließen sollte. „Die Gesamtschule ist inzwischen in die Jahre gekommen und hat in den vergangenen Jahren nicht im gleichen Maße von den Schulinvestitionen profitiert wie die anderen weiterführenden Schulen in unserer Stadt“, so Winterbach. Außerdem sollen die Kinder sozialschwacher Familien zusätzliche Förderungen für die Mittagessen in Kitas und OGS erhalten, um zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung beizutragen. Ein entsprechender Antrag wird kurzfristig auf den Weg gebracht.

Detlef Nicola, Vorsitzender der FÜR WILLICH Fraktion schlug vor, den Ausschuss für Umwelt und Nachhaltigkeit um den Schwerpunkt „Landwirtschaft“ zu erweitern. In einem Schreiben der Kreisbauernschaft hatte diese gefordert, dass die Politik auch die Landwirte miteinbezieht.

„Die Landwirte sind sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst und orientieren sich immer mehr zur ökologischen Landwirtschaft,“ so Nicola. „Dem wollen wir Rechnung tragen.“ Gemeinsames Ziel ist die Verbesserung der Mobilität. So soll schnellstens Gespräche mit den Stadtwerken Krefeld als ÖPNV-Anbieter geführt werden, die neuen Konzepten -insbesondere auch beim Thema „Ringbus“ sehr aufgeschlossen sind.

FÜR WILLICH will den Schwerpunkt auch auf die Prävention von Gefahrenpunkten in der verkehrlichen Infrastruktur setzen. Dort, wo sich erkennbar kritische Situationen ergeben, sollen Maßnahmen ergriffen werden, die jegliche Unfallgefahr ausschließen.

Zum Thema Gewerbegebiete erklärte Christian Winterbach den Wunsch beider Fraktionen, das neu zu entwickelnde Gebiet Muenchheide V von vornherein zukunftsfest, d.h. klimaneutral zu konzeptionieren. Mit Blick auf die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sowie die beschlossene Global nachhaltige Kommune gilt es, bereits vorhandene gute Ansätze konsequent auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität weiterzuentwickeln. Dies sei auch wirtschaftlich realisierbar.

„Sofern die zuziehenden Firmen die eigene Energieproduktion finanziell nicht realisieren können sollten, könnten z.B. auch die Stadtwerke oder die Bürger Solar großflächig Hallendächer pachten und dort auf eigene Rechnung lokalen Ökostrom produzieren. Eine Win-Win-Situation für Firmen, Betreiber und das Klima“, erläutert Winterbach den gemeinsamen Ansatz.