Christian_Winterbach
Foto: Horst Wiedeman

Vor der konstituierenden Ratssitzung am 10. November haben CDU, SPD und FDP bekannt gegeben, im künftigen Stadtrat zusammenzuarbeiten, um sich gegenseitig wichtige Posten zu sichern. Die drei Parteien haben bei der Wahl am 13. September insgesamt 18 % verloren und interpretieren dies nun als Gestaltungsauftrag, so Bündnis90/Die Grünen Willich in einer jüngst veröffentlichen Pressemitteilung.

Partei und Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind über diesen Schritt verwundert, werden sich aber wie bisher nicht an Machtspielchen beteiligen und weiterhin eine inhaltlich starke Stimme für Klima- und Umweltschutz im Stadtrat sein.

Bei der neu gebildeten Koalition geht es insbesondere um die Verteilung von Posten, wie die stellvertretenden Bürgermeister, Ausschussvorsitze und Aufsichtsratsämter. Als zweiten stellvertretenden Bürgermeister möchten CDU, SPD und FDP Dietmar Winkels einsetzen, der bei der Bürgermeisterwahl nur etwa halb so viel Zuspruch erhalten hat wie die GRÜNE Kandidatin Claudia Poetsch.

„Wir hatten die traditionelle Erwartung, als zweitstärkste Fraktion mit Claudia Poetsch eine stellvertretende Bürgermeisterin stellen zu können und so dem Wählerwillen zu entsprechen. Ich nehme an, es geht aber um Posten und ums Geld – denn der Wahlkampf der SPD war teuer und erfolglos. Über die Mandatsträgerabgaben soll das scheinbar refinanziert werden.“, so der Parteivorsitzende Merlin Praetor.

Die neue Koalition plant auch die Schaffung eines neuen Ausschusses; somit gibt es einen weiteren Ausschussvorsitz und somit einen Posten mehr zu verteilen. Christian Winterbach, künftiger Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN, dazu:

„Der rational nicht begründbare Schritt, einen weiteren Ausschuss ins Leben zu rufen, kostet den Willicher Steuerzahler zusätzliches Geld. Dieses Vorgehen während der Corona-Krise, die der Stadt Willich ein dickes Minus in den Haushalt reißt, ist für uns vollkommen unverständlich.“

Die GRÜNEN hoffen nun, dass die neu gebildete Koalition von CDU, SPD und FDP den Klima- und Umweltschutz nicht aus den Augen verliert. „Bereits bei unseren Anträgen zu 100 % Ökostrom in Willich und einer Schienenanbindung nach Münchheide haben die drei Fraktionen sich gegen uns und gegen den Umwelt- und Klimaschutz positioniert. Wir hoffen, dass sich jetzt keine Anti-Klima-Koalition gebildet hat“, so die GRÜNE Spitzenkandidatin Claudia Poetsch.

Philosophie, Selbstverständnis und Stil der GRÜNEN umfassen, den direkten Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern auch zukünftig kurz zu halten, sowie die soziale, ökologische und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt nachhaltig im Stadtrat zu vertreten und voranzutreiben.