Abwasser Stadt Willich

Schon was her: Die letzte flächendeckende Erhebung der Versiegelungsflächen auf dem Willicher Stadtgebiet liegt schon mehr als 20 Jahre zurück, eine Aktualisierung der Daten ist also erforderlich – weil eine Neuberechnung der „gesplitteten Abwassergebühr“ ansteht: Darum sollen die Bürgerinnen und Bürger nun die tatsächlichen Verhältnisse der Grundstücksentwässerung überprüfen.

Zum Hintergrund: Seit Mitte der 1990er Jahre werden die Abwassergebühren in der Stadt Willich in einen Schmutzwasser- und einen Niederschlagswasseranteil gesplittet. Dabei entspricht die Schmutzwassergebühr dem Verbrauch an Frischwasser; die Niederschlagswassergebühr bezieht sich dagegen auf das Niederschlagwasser, das von Dachflächen und sonstigen befestigten und versiegelten Flächen in das öffentliche Kanalnetz abfließt. Sie ist also abhängig von der Flächengröße der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen.

Für die Aktualisierung der alten Daten, die jetzt ansteht, wurden 2020 vom Land erstellte Luftbilder digital ausgewertet. Und ab Mitte Juni erhält nun jede Grundstückseigentümerin, jeder Grundstückseigentümer Post mit den Ergebnissen der Luftbildauswertung des jeweiligen Grundstücks als Lageplan – und eben einen Erhebungsbogen mit der Bitte, Angaben zur Niederschlagswasserableitung der Dach- und der versiegelten/befestigten Flächen zu machen. „Aus den Luftbildern lässt sich halt nicht verlässlich ermitteln, ob eine Fläche tatsächlich in die Kanalisation entwässert oder nicht“, so Marc Ostermann vom Abwasserbetrieb im Geschäftsbereich Landschaft und Straßen. Grundsätzlich wird zunächst davon ausgegangen, dass sämtliche überbaute, versiegelte und befestigte Flächen an das Abwassersystem der Stadt Willich angeschlossen sind – und hier können dann eben nur die Bürger mit ihrer Kenntnis der tatsächlichen Fakten vor Ort aufklären: Die Bürgerinnen und Bürger können im Rahmen des „Selbstauskunftsverfahrens“ kontrollieren und angeben, ob die entsprechenden Flächen direkt oder indirekt in das öffentliche Abwassersystem entwässern – oder ob das Niederschlagswasser eben anderweitig abgeleitet wird.

Die spezialisierte GUD (Gesellschaft für Umweltschutzdienste Dresden) ist in das Verfahren zur Überprüfung der überbauten, befestigten und versiegelten Flächen als Grundlage für die Aktualisierung der Niederschlagswassergebühr eingebunden.

#Beim Abwasserbetrieb der Stadt Willich besteht vom 21. Juni bis zum 2. Juli im Neersener Verwaltungsgebäude Rothweg 1a (neben der Apotheke) die Möglichkeit einer persönlichen Beratung zum Thema. In der dreiwöchigen Bearbeitungsfrist wird zusätzlich ab dem 14. Juni eine kostenfreie telefonische Hotline (=> 0800 6737960) geschaltet. Und außerdem besteht auch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per E-Mail über nsw@stadt-willich.de.