Hannen – die größte Altbier-Brauerei Deutschlands (Teil 2)

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KAMPF UM DIE BRAUEREI

Anfang der 60er Jahre benötigte die Brauerei ein größeres Areal, um die Produktion ausweiten zu können. Deshalb erwarb sie 1961 ein 51.000 qm großes Grundstück in der Moosheide, welches sich aber schnell als zu klein erwies.

1964 machte Hannen der Gemeinde klar, daß sie Willich verlassen müßte, wenn die Gemeinde Willich ihr nicht ein passendes Grundstück zu den entsprechenden Konditionen zur Verfügung stellen würde. Die daraufhin erfolgten Bemühungen von Rat und Verwaltung scheiterten, da die potentiellen Landbesitzer nicht zum Verkauf bereit waren oder aber einen zu hohen Preis forderten.

Ende 1965 erklärte die Brauerei endgültig, die Errichtung einer neuen Braustätte in Willich sei vom Tisch. Danach favorisierte die Brauerei als neuen Standort Schiefbahn und Korschenbroich, doch auch dort fehlte ein passen- des Gelände. Es war schließlich die Stadt Mönchengladbach, welche Hannen 1966 das passende Gelände in Neuwerk zur Verfügung stellte, wo in den Jahre 1966 bis 1969 eine der modernsten Brauereien Deutschlands entstand.

VERLAGERUNG NACH MÖNCHENGLADBACH

Zum Jahresende 1977 wurde die Flaschenabfüllung nach Mönchengladbach verlagert.

1980 wurde der Braubetrieb in Willich eingestellt. Im Dezember 1984 teilte die Geschäftsführung mit, auch Lager und KFZ-Werkstatt nach Neuwerk zu verlagern. Mit dieser Zentralisierung wolle Hannen auf die „schwieriger werdende Absatzlage“ reagieren.

Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch 80 Mitarbeiter in Willich. Die Hauptverwaltung verblieb jedoch noch bis Ende 1987 in Willich, ehe auch sie nach Mönchengladbach umzog.

WEITERE NUTZUNG DES BRAUEREIGELÄNDES

Schon im Februar 1980 beschäftigte sich der Planungsausschuss mit einer Neunutzung des Hannen-Geländes: Diese sah ein SB-Warenhaus sowie eine zwei- bis dreigeschossige Wohnbebauung vor.

Im März 1984 wurden die ersten Brauereigebäude abgerissen, beginnend mit dem alten Lagerkeller an der Brauereistraße und dem Gärkeller. Im weiteren Verlauf des Jahres folgten die Werkstätten, Schreinerei und Laboratorien. Im Februar 1985 wurde publik, dass die Krefelder Wirichs GmbH beabsichtigte, auf dem Hannen-Gelände einen Supermarkt zu errichten.

Die Außenmauern der Halle blieben erhalten, die Fassade wurde lediglich durch Fenster aufgelockert. Am 30. Juni 1987 wurde der extra-Supermarkt eröffnet. Kamin und Sudhaus der Brauerei wurden am 5.10.1986 gesprengt, um Platz für die „Brauereipassage“ zu machen. Das Verwaltungsgebäude wurde von den Stadtwerken Willich gekauft.

Im September 2017 lief der städtebauliche Wettbewerb zur Neugestaltung des ehemaligen Brauereigeländes an. Auf dem 2,8 Hektar großen Areal sollen kleinteilige Laden- und Gastronomie-Läden gebaut werden. Die Brauereipassage und die benachbarten Stadtwerke sollten zugunsten neuer Wohn- und Geschäftsgebäude abgerissen werden. Nur das alte Hannen-Gebäude auf der Ecke der Passage bliebe demnach erhalten.

Teil I von „Geschichte der Hannenbrauerei“ findet ihr hier.