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„Ich wollte etwas zurückgeben – aus Dankbarkeit für die Hilfe, die wir vorher als Familie erhalten hatten“ – seit fast elf Jahren ist die Willicherin Cindy Loskyll Mitglied im „Förderverein zugunsten krebskranker Kinder Krefeld“. Als ein Mitglied im Beirat ist sie in die Hilfsprojekte des Vereins eingebunden: Der Förderverein versucht in verschiedensten Projekten und Einzelmaßnahmen zu helfen, wenn ein Kind an Krebs erkrankt.

Cindy Loskyll weiß aus Erfahrung, was eine Krebserkrankung bei ei- nem Kind bedeuten kann. Im April 2006 fanden Ärzte bei ihrem damals sechsjährigen Sohn Sahin einen Tumor an der Niere – eine Tumor-Erkrankung, die eigentlich eine sehr hohe Heilungsquote hat. Bei Sahin verlief die Erkrankung aber leider anders und schwerwiegend: Immer wieder kamen Rückfälle, es bildeten sich Metastasen und der kleine Junge durchlief eine anstrengende Therapie: Operationen, Chemotherapie, Strahlentherapie…- aber am Ende gab es keinen Erfolg der Medizin: Am 29. Oktober 2010 verstarb Sahin.

In der Zeit der Krankheit und der Therapien vermittelte Barbara Stüben, Leiterin des Psychologischen Dienstes am heutigen Helios Klinikum Krefeld, den Kontakt zu den Mitgliedern des Fördervereins. Hier fanden die Eltern Cindy Loskyll und ihr damaliger Mann Ralf sowie ihre drei Kinder – Sahin hat zwei jüngere Schwestern – Unterstützung verschiedenster Art.

AUFGABEN DES FÖRDERVEREINS

Der Förderverein ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein und wirbt um Spenden aus der Bürgerschaft. Mit dem Geld werden verschiedene Zwecke erfüllt: In der Gründungszeit vor mehr als 30 Jahren gab es noch die alte Kinderklinik im Städtischen Klinikum und die Begleitung kranker Kinder und ihrer Familien steckte in Teilen noch „in den Kinderschuhen“: Eltern schliefen auf einer Liege im Zimmer, es fehlte teils an kindgerechten medizinischen Apparaten, Besuche waren nur stundenweise möglich… Schritt für Schritt arbeitet der Förderverein, der unter anderem von der Oberärztin der Kinderonkologie, Sigrid Völpel, gegründet worden ist, an einer Verbesserung der Situation. Es wurden Spielgeräte angeschafft, Puppentheater-Aufführungen in der Klinik organisiert oder ein Kindergarten für die gesunden Geschwisterkinder eingerichtet. Später wurden Laptops und Handys angeschafft, damit die Kinder den Kontakt zu ihren Schulfreunden halten können.

Diese Hilfe setzt sich heute in der Kinderklinik im Helios-Neubau fort. „Es geht uns darum, die ganze Familie in ihrer Ausnahmesituation aufzufangen und zu unterstützen“, so der heutige Vereinsvorsitzende, der Willicher Jens Schmitz. Ein wichtiges Thema ist dabei das Geld: Oft kommt es vor, dass die Erkrankung des Kindes finanzielle Probleme in einer Familie schafft, weil ein Elternteil aufhören muss zu arbeiten. Dann hilft der Förderverein finanziell – z.B. zahlt er die Taxi-Fahrten für das Kind in die Schule, wenn das schwache Immunsystem eine Bus- fahrt nicht zulässt, oder unter- stützt einen Urlaub der Familie, damit sich alle erholen können. „Besonders schlimm ist es, wenn ein Kind den Kampf gegen die Krankheit verliert und die Eltern kein Geld für eine würdevolle Beisetzung haben. Dann zahlen wir diese Kosten“, nennt Jens Schmitz ein weiteres Thema. Außerdem unterstützt der Verein Typisierungs-Aktionen in Zusammenarbeit mit der DKMS – der Deutschen Knochenmarkspenderdatei in Düsseldorf.

Ganz wichtig ist aber die „psychosoziale Begleitung“ der ganzen Familie: Der Verein organisiert Ausflüge ins Phantasia-Land, in den Krefelder Zoo oder an den Nürburgring – vielfach auch mit Unterstützung der Verantwortlichen in den jeweiligen Einrichtungen. Eine große Freude ist immer das lange Wochenende auf dem Reichswaldhof in der Nähe von Kleve: Hier können gesunde und kranke Kinder spielen, reiten, mit den Eltern grillen…. Das hat auch Sahins Familie noch kurz vor seinem Tod erleben können – und „er hatte so viel Spaß dabei. Schwester Gabi Seutter war mitgefahren, sodass immer eine Krankenschwester vor Ort war“, erinnert sich Cindy Loskyll.

Mit der „Villa Sonnenschein“ wurde 2015 ein langjähriges Wunschprojekt des Vereins umgesetzt. In dem umgebauten früheren Pfarrzentrum der Luther-Gemeinde neben dem Klinikum können Eltern / Familien wohnen, wenn sie etwa lange Anfahrtswege haben und während der Therapie bei ihrem Kind bleiben möchten. Der Verein hat das Haus gekauft und mit viel Eigenleistung und der Hilfe von Handwerksunternehmen umgebaut.

FÜR HILFEN DANKBAR

Durch ihre Beiratstätigkeit hat Cindy Loskyll mehr Einblick in die Vereinstätigkeit gewonnen: „Es ist toll, was da geleistet wird. Wir bekommen immer wieder Unterstützung von Unternehmen aus Krefeld oder auch aus Willich. So stiftet die Bäckerei Greis regelmäßig Kuchen und sammelt Spenden oder Blumen Himmel bittet bei einem kleinen Weihnachtsmarkt um Spenden für uns“, nennt sie nur einige Beispiele. „Die Hilfe des Vereins hat uns in der Zeit von Sahins Erkrankung eine Last von den Schultern genommen. Es war toll zu spüren, dass man nicht vergessen wird und sich mit Menschen austauschen konnte, die das gleiche erleben.“

INFO:
Neben der Villa Sonnenschein ist ein weiteres Projekt im Förderverein die „Aktion Teddybär“, die Familien mit chronisch kranken Kindern unterstützt. Infos und Spendenkonten gibt es auf www.krebskinder­krefeld.de