Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Kreis Viersen informiert, dass die Impfzentren in NRW erst eine Woche später – am 8. Februar – den Betrieb aufnehmen werden. Grund sind Engpässe bei der Impfstoffproduktion. „Die Ursache für den aufgeschobenen Start liegt nicht beim Land, sondern bei den für uns im Moment wichtigsten Impfstoffherstellern Biontech/Pfizer.

Diese beiden Firmen können im Moment nicht so viel Impfstoff nach Deutschland liefern, wie sie ursprünglich zugesagt hatten. Das ist sehr schade. Denn natürlich verbinden wir mit der Chance, geimpft zu werden, große Hoffnungen. Wir müssen alle viel Geduld aufbringen und uns weiter an die Abstands- und Hygieneregeln halten“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen.

Der Kreis Viersen hatte heute mehr als 22.000 Briefe an die über 80-Jährigen im Kreis verschickt, um sie zur Impfung einzuladen und den Ablauf abzusprechen. Die Briefe müssen nicht neu versendet werden, da der Ablauf – bis auf den späteren Start – gleichbleibt:

Die Homepage www.116117.de und Hotline 0800 / 116 117 01 der Kassenärztlichen Vereinigung sind nach wie vor ab dem 25. Januar freigeschaltet. Impfberechtigte können ab dann Termine vereinbaren – frühestens für den 8. Februar.

Allerdings hat das Land NRW bereits mitgeteilt, dass es dann wohl weniger Impfdosen als die zunächst in Aussicht gestellten 1.250 Impfdosen für die Über-80-Jährigen sowie 300 für Personal der ambulanten Pflegedienste und der Rettungsdienste zur Verfügung stellen kann. Das Wichtigste ist nun, dass das Land die Kassenärztliche Vereinigung möglichst schnell und exakt über die zur Verfügung stehenden Impfdosen informiert, damit nicht mehr Termine vergeben werden als Impfstoff vor Ort ist.

Der Kreis Viersen erhält zunächst ausschließlich den Impfstoff der Firmen Biontech / Pfizer. Der Moderna-Impfstoff wird als erstes ausschließlich den Universitätskliniken zur Verfügung gestellt. Entsprechend ist es zunächst auch nicht möglich, dass mobile Teams nicht mobile Impfberechtigte zuhause impfen. Bei der Frage nach möglichen Shuttle-Services nimmt der Deutsche Landkreistag Kontakt zum Spitzenverband der Krankenkassen auf – mit der Bitte, eine Finanzierung zu prüfen.  Das Land befasst sich ebenfalls mit dieser Frage.

Die Produktionsengpässe beim Impfstoff haben zudem Einfluss auf die Impfung der weiteren Personen der Gruppe mit höchster Priorität: Bewohner und Personal von stationären Pflegeheimen sowie Personal in Krankenhäusern. Das Land NRW hat den Kreis Viersen informiert, dass die bereits für den 20. und 21.01. bestellten Impfstoffe für Krankenhäuser nicht ausgeliefert werden können.

Zudem können ab sofort und voraussichtlich bis zum 31.1. keine Bestellungen für Erstimpfungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen veranlasst werden. Alle bereits getätigten Erstimpfungs-Bestellungen für den 22.01. und die folgenden Tage werden seitens des Landes storniert. Bis Monatsende sind nur noch die erforderlichen Zweitimpfungen durchzuführen.

Im Kreis Viersen betrifft dies vier stationäre Pflegeeinrichtungen mit 410 zur Impfung angemeldeten Personen sowie drei Krankenhäuser mit 526 zur Impfung angemeldeten Personen. Bei all diesen Personen stand die Erstimpfung bis Monatsende an.

Die Koordination der mobilen Teams zur Impfung der Pflegeheime liegt in Händen der Kassenärztlichen Vereinigung, die ihre Abläufe daraufhin anpassen wird. Der Kreis Viersen wird, sobald dies wieder möglich ist, entsprechende Mengen Impfstoff neu bestellen.

Bisherige Impfungen in Senioreneinrichtungen:

Insgesamt leben in 34 Pflegeeinrichtungen im Kreisgebiet 2.519 Bewohner. 2.000 (79,4 %) von ihnen haben ihre Impfbereitschaft signalisiert. Rückgemeldet wurde dem Kreis Viersen, dass bereits 1.781 Bewohner (89,2 % der Impfwilligen) ihre erste Impfdosis erhalten haben. Von insgesamt 2.802 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben 1.723 Menschen (61,5 %) ihre erste Impfung erhalten.

Diese Daten beziehen sich auf die Angaben aus 27 Einrichtungen. Insgesamt waren die mobilen Teams bislang in 29 Einrichtungen – bei zwei Häusern fehlt noch die Rückmeldung. In einer Einrichtung wird morgen noch geimpft. Wie oben beschrieben, sind in vier Häusern die Erstimpfungen vorerst zurückgestellt.

Zudem hat in sechs Einrichtungen bereits die zweite Impfung stattgefunden.