Foto: Stadt Willich

Der Blick, der Kontakt über den Tellerrand und die Stadtgrenzen hinaus ist immer hilfreich, zumal es grundsätzlich beim Austausch über Gemeindegrenzen hinweg immer wieder jede Menge gemeinsame Interessen gibt – und so standen jetzt auch beim Besuch des Willicher Bürgermeisters Josef Heyes bei seiner Kaarster Amtskollegin Dr. Ulrike Nienhaus viele Themen auf der Gesprächsagenda.

Beide sind im „Endspurt“, sehen dem Ende ihrer Amtszeit entgegen, für beide ist nach der kommenden Kommunalwahl Schluss. Und so war die vor der Tür stehende Kommunalwahl und die zurückliegende Kandidatenaufstellung natürlich auch Thema; hier wie da hatte die Kür des Kandidaten für Aufsehen gesorgt. Josef Heyes war aus freien Stücken nicht mehr angetreten, in Kaarst war es zu einer denkbar knappen Entscheidung gegen Dr. Nienhaus (CDU) gekommen, deren Partei sie nicht mehr aufgestellt hatte.

Die Durchführung der bevorstehenden Kommunalwahl unter pandemischen Einschränkungen und Bedingungen war dann natürlich ebenso Thema wie das Thema „Starkregenereignisse“: Zum einen waren die Eindrücke der punktuellen Fluten am Samstag waren als Erlebnis noch frisch genug, zum anderen hatte Heyes eine vor allem in diesem Punkte hochkompetente Gesprächspartnerin: Vor ihrer Wahl zur Kaarster Bürgermeisterin 2015 hatte die gebürtige Grefratherin und diplomierte Geologin Nienhaus unter anderem einen Lehrstuhl für Ingenieur- und Hydrogeologie der RWTH Aachen inne, im Bereich Wasserwirtschaft promoviert und unter anderem beim staatlichen Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft in Aachen, beim Landesumweltamt NRW und bei der Bezirksregierung Düsseldorf als Dezernentin für Gewässerschutz und Hauptdezernentin für Wasserwirtschaft und anlagenbezogenen Umweltschutz gearbeitet.

Weitere Themen waren neben anderem die Erfahrungen mit der unlängst modifizierten Flugroute Modru und generell mit Flugverkehrbelastungen, die Problematik der der Zusammenarbeit von Kommunen mit nicht kommunal geführten Tierheimen. Und schließlich sprachen die beiden einmal mehr über die Fortführung der Regiobahn S28 vom Bahnhof Kaarster See zum Bahnhof Viersen: Die hierfür vorgesehene Trasse über Schiefbahn und Neersen ist eisenbahnrechtlich gewidmet, wurde fortlaufend freigehalten und kann durchgängig wieder genutzt werden; bereits 2009 wurde eine Machbarkeitsstudie in verschiedenen Varianten erarbeitet, die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist eindeutig nachgewiesen. Nienhaus und Heyes waren sich einig im Unverständnis, was die zögerliche und dementsprechend blockierende Haltung der Stadt Mönchengladbach in dieser Frage angeht: Bei brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sich in dieser Frage nach der Kommunalwahl mit neuen Ansprechpartnern „endlich etwas bewegen“ werde.

Bewegen wird sich auf jeden Fall die Kaarster Bürgermeisterin noch vor ihrem Ausscheiden gen Schloss Neersen: Bürgermeister Josef Heyes lud seine Kollegin ein, den „fruchtbaren Austausch“ kurzfristig und vor dem Ausscheiden beider Ende Oktober auf Schloss Neersen fortzusetzen.