Foto: Stadt Willich

Lockdown, Schulschließungen, Distanzunterricht, Videounterricht: Corona hat die Welt verändert, natürlich auch die Schulen und dort auch die Vorbereitung auf den Jugend-forscht-Wettbewerb an der gleichnamigen AG am Willicher Lise-Meitner-Gymnasium: Das Gymnasium in Anrath nimmt seit 16 Jahren regelmäßig mit vielen Schülerinnen und Schülern unter Betreuung von Lehrer Claus Thome teil.

Thome hat seine Arbeit coronabedingt umgestellt: Ein Großteil der Vorbereitung fand online in Form von Videokonferenzen statt – worauf sich auch Kommunikationstrainer Dieter Lambertz einstellte. Sein traditionelles Vortragstraining für die jungen Forscher als Vorbereitung auf den Wettbewerb und die Präsentationen liefen ebenfalls online.

Einer der jungen Forscher suchte jetzt – wegen der lokalen Bindung und Auswirkung seine Themas – den Kontakt zu Bürgermeister Christian Pakusch, der spontan zum Treffen einlud: Philipp Boerstoel (11) hat über einen langen Zeitraum Spielplätze in Willich getestet und mithilfe von Umfragen die Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen genauer ermittelt.

Die Ergebnisse seiner Arbeit stellte Philipp, begleitet von Trainer Lambertz, jetzt Pakusch und der Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Barbara Jäschke, im Schloss Neersen vor. Pakusch zeigte sich wie Jäschke beim Gespräch begeistert – und lobte Philipp für sein großes Engagement. Pakusch: „Immer gut, wenn man auch als junger Mensch den Dingen auf den Grund geht – und vor allem überlegt, was konkret besser gemacht werden könnte.“

Die Chancen, dass Vorschläge von Philipp umgesetzt werden, stehen übrigens deswegen gut, weil Philipp die Spielplätze vor allem aus der Sicht der Betroffenen, der Kinder, beurteilt und entsprechend praxisnahe Vorschläge eingebracht hat. Barbara Jäschke ist jedenfalls „zuversichtlich, dass einige der Anregungen aus der Arbeit von Philipp in die anstehenden Um- und Ausbauarbeiten der Spielplätze einfließen“ können.

Auch die Initiative der anderen Teilnehmer, die unter großen Mühen tolle Arbeiten erstellt haben, fanden beim Bürgermeister Pakusch Anklang:

  • Tom Kowalewski hat Geistermantis (Insektenart aus der Ordnung der Fangschrecken) gezüchtet und ihre Entwicklung in Abhängigkeit von den Bedingungen genauer unter die Lupe genommen. Hierbei ist er sogar auf ganz neue Erkenntnisse gestoßen, die in der Fachliteratur bislang nicht beschrieben sind. Diese wird Tom in Kürze selbst veröffentlichen.
  • Hoch im Kurs war in Zeiten der Pandemie die Beobachtung eigener Haustiere, so hat Robert Toschek beobachtet, inwieweit Musik eine Wirkung auf seine Kaninchen hat und festgestellt, dass Musik tatsächlich auch Kaninchen beruhigen kann.
  • Simone Friedrichs und Johanna Loos haben in aufwändigen Experimenten die Futtervorlieben ihrer Kaninchen unter die Lupe genommen und können Kaninchenhaltern jetzt wertvolle Tipps geben.
  • Lena Göller hat die Lebensweisen und -bedingungen von zu Hause gehaltenen Kaninchen und Wildkaninchen miteinander durch vielfältige Beobachtungen verglichen und Bedingungen herausgefunden, unter denen Kaninchen am besten gehalten werden.
  • Jaron Alrik Wirth hat sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit Sport die Denkfähigkeit von Schülern beeinflusst und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Schüler tatsächlich nach sportlichen Aktivitäten besser rechnen können.

Der Wettbewerb findet in diesem Jahr am 23. Februar statt – auch digital, so dass die digitale Vorbereitung ebenfalls hierzu passt.