Foto: Stadt Willich

Eine Frau, ein Wort: Kaarsts Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus hatte beim Besuch des Willicher Bürgermeister Josef Heyes im August in Kaarst einen Gegenbesuch noch vor Ablauf der Amtszeit beider versprochen – jetzt löste sie das Versprechen mit einem Besuch auf Schloss Neersen ein.

Beide hatten in ihrer Amtszeit den interkommunalen Austausch über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg stets als hilfreich betrachtet, zumal viele Themenkreise in den Kommunen naturgemäß ähnlich gelagert sind und auch Probleme an Stadtgrenzen nicht haltmachen.

So hatten beide auch jetzt viele Themen auf der Gesprächsagenda, vertieften thematisch den Info- und Meinungsaustausch aus dem August: natürlich waren die pandemischen Einschränkungen und Bedingungen ebenso Thema wie erste konkrete Erfahrungen mit der unlängst modifizierten Flugroute Modru sowie die Fortführung der Regiobahn S28 vom Bahnhof Kaarster See zum Bahnhof Viersen: Beide brachten erneut ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass sich in dieser Frage nun mit neuen Ansprechpartnern auch in Mönchengladbach „endlich etwas bewegen“ werde.

Als Zeichen der Dankbarkeit für die jahrlange gute Zusammenarbeit brachte Dr. Nienhaus übrigens einen besonderen Teller als Geschenk mit ins Schloss: Die Replik des sogenannten „Verlobungstellers“ vom Kaarster Tuppenhof. 1997 waren auf dem Hof bei Ausschachtungsarbeiten eines früheren Jauchekellers genug Scherben gefunden worden, um den ursprünglichen Teller zu rekonstruieren.

Auf dem Teller zeigten sich nicht nur ornamentale Verzierungen, sondern auch ein Spruch und eine Jahreszahl, die am Rande entlangführten: „Lieb du mich wie ich dich 1864“. Es wird vermutet, dass es sich eben um einen Verlobungsteller handelt; der jetzt von der Düsseldorfer Künstlerin Denise Stagnier als Replikat, aber eben jeweils auch als Unikat reproduzierte, handgefertigte und -bemalte Teller wird als spezielles Kaarster Präsent verschenkt. Also ein Verlobungsteller quasi zum Abschied (beider aus dem Amt): Beide Ende dieses Monats ausscheidende Stadtoberhäupter nahmen das humorvoll als Zeichen dafür, dass man sicher auch nach der Amtszeit in Kontakt bleiben werde.