Foto: Stadt Willich

Der Kämmerer der Stadt Willich, Dr. Raimund Berg, präsentierte am Mittwochabend den Haushaltsentwurf 2022 im Rat. Gemeinsam mit Geschäftsbereichsleiterin Simone Küppers stellte er auch der Presse den Etat-Entwurf vor. Dieser Haushalt sei „Corona-geprägt“, so Berg. Für die Zeit von 2020 bis 2022 rechnet er mit einem Schaden für die Stadt Willich von über 40 Millionen Euro bedingt durch Corona. Allein der Verlust von Gewerbesteuereinnahmen betrage rund 20 Millionen Euro, hinzu kommen noch Mehrkosten aufgrund von Corona, beispielsweise für den Aufbau von digitalen Arbeitsplatzstrukturen.

Einen Ausgleich von Bund bzw. Land hat es bislang nur in Höhe von 3,7 Millionen Euro gegeben. „Die finanzielle Situation lasse wenig Luft für politische Gestaltungen“, so Berg.

Der Haushalt weist ein Gesamtvolumen von rund 37 Millionen Euro aus, ein Rekordwert, den es zuvor noch nicht gegeben hat. Allein rund 22 Millionen Euro werden benötigt für Bauinvestitionen, rund 8 Millionen Euro für Grundstücke und Gebäude. „Es gibt einen umfangreichen Investionsbedarf im Bereich der Schulen und Kindertageseinrichtungen“, erläutert der Kämmerer, die größten Einzelprojekte seien die Neubauten der Kita Traumland und der Vinhovenschule. Auch im Schwimmbad De Bütt gibt es einen hohen Investionsbedarf. Die über 25 Jahre alte Technik muss erneuert werden. Bis 2026 werden rund 6 Millionen Euro in neue Luft-, Wärme- und Wassertechnik investiert, aus diesem Grund wird es dann zu auch zu kurzzeitigen Schließungen des Schwimmbades oder einzelner Badbereiche kommen.

Die Digitalisierung soll in den Schulen – unter Nutzung des Digitalpaktes – als auch in der Stadtverwaltung weiter vorangetrieben werden. Alle städtischen Dienstleistungen sollen zukünftig wo immer möglich auch digital angeboten werden und das Dienstleistungsangebot für die Bürger/-innen so verbessert werden. „In dieser Ratsperiode soll es zu einer weitgehend digitalen Verwaltung kommen“, sagt Berg.

Der Kämmerer setzt in Zeiten zinsgünstiger Kredite auf langfristige Darlehen, die kurzfristigen Liquiditätskredite in Höhe von derzeit rund 40 Millionen Euro sollen künftig deutlich reduziert werden und in den 1-stelligen Millionenbereich zurückgefahren werden. Ab 2026 soll es keine Netto-Neuverschuldung mehr geben.