von links: Gregor Nachtwey, Willy Kerbusch, Oliver Ruben, Christian Pakusch und Carl Smeets. Foto: Stadt Willich / Archiv

Nachdem es zuletzt in Sachen Projekt Katharinenhöfe viele Vermutungen, Spekulationen und Behauptungen gegeben hatte, sorgt jetzt Willichs Bürgermeister Christian Pakusch mit einem Faktencheck für eine Reihe von Klarstellungen:

„Das komplette Projekt ist transparent und natürlich nach allen gesetzlichen Vorgaben gelaufen – das mal vorneweg.“

Konkret: Die heutige Planung wurde im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs, den das Architekturbüro Lecke aus Münster gewann, entwickelt. Auf dieser Grundlage hat die GSG (Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich) einen öffentlichen Investorenwettbewerb durchgeführt, aus dem die Firma BPD als Sieger hervorging. Alle Bieter mussten sich an dem Konzept des städtebaulichen Wettbewerbes orientieren und ihre Leistungsfähigkeit durch Referenzprojekte und einen Finanzierungsnachweis offenlegen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Insgesamt wurden rund 200 Bewerbungsbroschüren angefordert und verteilt, die Auswahl des Investors wurde durch ein gemeinsames Gremium von Rat, Verwaltung und Grundstücksgesellschaft – nach vorher genau festgelegten Kriterien, die, wie das gesamte Verfahren, auf der Webseite der Stadt Willich veröffentlicht wurden – getroffen. Aktuell werde, so Pakusch weiter, durch den Geschäftsbereich Stadtplanung der Stadt Willich ein Bebauungsplan erarbeitet. Hierzu hat bereits eine frühzeitige Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden, bei der Anregungen und Bedenken geäußert wurden. Diese werden gegenwärtig ausgewertet und durch Gutachten zum Lärm und Verkehr ergänzt. Die Ergebnisse fließen in die weitere Planung ein – und werden dann im Herbst in einem weiteren Beteiligungsverfahren der Öffentlichkeit für einen Monat zur Stellungnahme ausgelegt.

Im Bebauungsplan wird geregelt, wie gebaut werden darf und welche Nutzung zulässig ist. Im vorderen Bereich wird ein urbanes Gebiet festgesetzt, in dem Wohnen, Gewerbe und Einrichtungen für soziale und kulturelle Zwecke ermöglicht werden. Angrenzend an den Konrad-Adenauer-Park ist ein allgemeines Wohngebiet vorgesehen. Neben der Regelung der Gebäudehöhen wird auch festgesetzt, in welchen Bereichen Bäume und Sträucher zu pflanzen sind und, unter anderem, wo Dachbegrünungen vorzusehen sind.

Das Verfahren ist also das rechtlich vorgeschriebene und absolut übliche – die Bürger können sich beteiligen, einbringen, Stellung nehmen.

„Intensive Begrünung“

Konkret geplant sind derzeit 112 Wohnungen, 5 Praxen und mehrere Einheiten für den Einzelhandel (wie ein Biomarkt, ein Drogeriemarkt, ein Café…) sollen das Angebot im Ortskern erweitern und beleben. Ein nachhaltiges Energiekonzept in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Willich wird ein besonderes Herausstellungsmerkmal des Areals sein.

Ein Mobilitätskonzept sieht Tiefgaragenstellplätze mit E-Ladestationen, einen großen ebenerdigen Parkplatz, sowie separate Fahrradstellplätze vor. Pakusch: „Eine intensive Begrünung, der Quartiersplatz zur Kommunikation und der sogenannte ,grüne Finger‘ als Link zum Konrad-Adenauer-Park binden die Katharinenhöfe in das Stadtbild ein.“

Unmittelbar an der Bahnstraße wird es eine drei-, in einem Teilbereich viergeschossige Bebauung geben, die sich sowohl in der Lage, als auch in der Höhe dem ursprünglichen Krankenhaus annähert.

Schon 750 Anfragen

Ein Wohnungsmix aus Mietwohnungen (öffentlich gefördert, preisgedämpft und frei finanziert) sowie Eigentumswohnungen werden das Wohnungsangebot in der Willicher Innenstadt deutlich erweitern. Bisher liegen schon mehr als 750 Anfragen für das neue Wohnquartier beim Projektentwickler BPD Immobilienentwicklung GmbH vor – „viele davon von Willicher Bürgern“, wie Pakusch betont:

„Es mag ja sein, dass dieses Vorhaben und der geplante Bau dem ein oder anderen aus unterschiedlichsten, persönlichen  Gründen nicht passt oder nicht gefällt, aber das Verfahren ist transparent und rechtskonform gelaufen – Punkt. Und das Ergebnis wird sich, da bin ich mir sicher, sehen lassen können: Die Katharinenhöfe werden als neues, grünes Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Leben im Herzen Willichs Maßstäbe setzen.“

Zahlen und Fakten zu Wohn- und Gewerbeangeboten

• 32      2-Zimmer-Wohnungen
• 19      2-3 Zimmer-Wohnungen
• 37      3-Zimmer-Wohnungen
• 11      3-4-Zimmer-Wohnungen
• 13      4-Zimmerwohnungen
• bis zu 5 Praxen/Gewerbeeinheiten mit ca. 800 m² Gesamtnutzfläche in den Obergeschossen
• 3 bis 5 Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss mit insgesamt ca. 2.700 qm, die sich aus Verkaufs- und Lagerflächen zusammensetzen, mit Parkflächen auf dem ebenerdigen Parkplatz neben der Bebauung an der Bahnstraße