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Kolumne: Pakusch auf den Punkt – 02/22

von Willich erleben

Liebe Leserinnen und Leser von „Willich erleben“,
ganz ehrlich: Nach wie vor bin ich beim Stichwort Ukraine fassungslos. Ein Krieg in Europa. Nein, kein „militärischer Konflikt“, keine „militärische Intervention“, wie das in der Vergangenheit so gern technisch, vernebelnd-beschwichtigend im Nachrichtensprech genannt worden ist. Krieg – Mitten in Europa. Raketen auf Städte, auf Häuser, Schulen, Theater, Hospitale. Menschen, Kinder sterben, verlieren alles. In unserer Nachbarschaft. Es bleibt unfassbar.

Ich will jetzt hier nicht erneut relativierende Ursachenforschung betreiben. Zu eindeutig ist die offensichtliche Absicht des Aggressors Putin, unter irgendwelchen zusammengelogenen Motiven seine pathologischen Machtphantasien ausleben zu wollen: Er führt die Ukrainer und seine eigenen Landsleute eiskalt zur Schlachtbank. Und damit ist die längste Phase ohne Kriege in Europas Geschichte – Geschichte.

Ich hoffe natürlich aus ganzem Herzen sehr, dass dieses Grauen bald ein Ende hat.

Ein Teil dieser Fassungslosigkeit rührt sicher auch daher, dass man „so etwas“ im 21. Jahrhundert im aufgeklärten Europa nicht mehr für möglich gehalten hätte. Und es wird einmal mehr überdeutlich, wie wichtig freie Medien und Informationen sind: Nicht zuletzt die Manipulation der russischen Öffentlichkeit macht es überhaupt möglich, dass ein Aggressor wie Putin auch noch Zustimmung im eigenen Land er-fährt.

Ich hoffe sehr, dass einige Zeitgenossen, die sich hier bei uns angesichts einer Pandemie und weniger Einschränkungen zum Wohle aller bemüßigt gefühlt haben, irgendwas von „Corona-Diktatur“, „Staatsmedien“ und „Lügenpresse“ zu schwafeln, zu brüllen, jetzt vielleicht beim Blick nach Russland nachdenklich werden. Und sich in Grund und Boden schämen.

Das Leid in der Ukraine ist unbeschreiblich, Tod, Verstümmelung, Zerstörung, Leiden und Flucht sind an der Tagesordnung. Ich bin betroffen, traurig. Und auch gerade deswegen stimmt mich unter humanitären Gesichtspunkten ein Stück weit zuversichtlich, dass sich nach dem ersten Schock auch bei uns in Willich Menschen gefunden haben, die konkret helfen wollen. Die spontan spenden, sammeln, ihre Wohnungen und Häuser für Flüchtlinge öffnen. Das macht inmitten dieses Wahnsinns Mut. Ein Hoffnungsschimmer in dieser dunklen, traurigen Zeit.

Allen, die dazu beitragen, meinen wirklich tiefempfundenen Dank. Und meine Bitte: Lassen Sie uns zusammenstehen, den Opfern wo immer möglich helfen und damit auch dem Aggressor ein eindeutiges Zeichen entgegensetzen: Nicht mit uns.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Christian Pakusch

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