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Kolumne: Pakusch auf den Punkt – 06/21

von Willich erleben

Auch in Willich wird mehr und mehr Ungeduld laut. Verständlich genug: Die Pandemie, Corona – viele können oder mögen schon die Begriffe nicht mehr hören – haben unser Handeln, unser Leben, unser Denken bestimmt. Wieder haben sich manche Pläne in Luft aufgelöst, sind manche Träume geplatzt. Konzerte, Reisen, gemeinsame Feste, Feiern, die kleine Auszeit mit Freundinnen und Freunden: Vieles war gar nicht oder aber eben nur sehr, sehr reduziert möglich. Schön – ist anders. Und nach wie vor ist diese Pandemie unser Begleiter.

Dazu zwei Aspekte: Das Impfen ist nach wie vor der Königsweg aus dieser veritablen Krise. Ich werbe offen dafür und habe für Impf-Verweigerer, die sich bisweilen auch noch die Attitüde des besserwissenden Freidenkers geben, wirklich kein Verständnis: Freiheit ohne Verantwortung ist letztlich purer Egoismus. Gerade in einer Pandemie, in der die Infektion nur einen Nies- oder Hustenanfall des Sitznachbarn im Konzert, im Bus oder in der Schlange an der Supermarkt-Kasse entfernt ist, muss man erkennen, dass die eigene Freiheit, sich gegen das Impfen zu entscheiden, im wahrsten Wortsinn auf die Knochen anderer geht, andere gefährdet. Mein Appell: Lassen Sie sich impfen, nutzen Sie, wo möglich, die dritte, die Booster-Impfung, damit diese Zumutung namens Corona nicht noch weiter verlängert wird und uns alle weiter einschränkt.

Womit wir beim zweiten Aspekt wären: Gerade wenn man zum Jahresende, traditionell vor oder rund ums Weihnachtsfest in der „dunklen Jahreszeit“ ein wenig Bilanz zieht, wird man bei allem Negativen sicherlich auch schöne Momente beim Rückblick ausmachen. Oft sind es ja die kleinen Dinge, die das Leben aus- und schönmachen: Gute Freunde, auf die man sich verlassen kann. Eine kleine, liebevolle Geste. Ein gutes Gespräch. Ein gutes Buch. Überraschende Hilfe. Spaß an der Freude, dem Lachen, dem Lächeln anderer – ich denke schon, dass wir alle eine Reihe von solchen oder ähnlichen Glücksmomenten ausmachen können, wenn wir auf unser Jahr zurückblicken.

Und gerade in Zeiten wie diesen wird dem ein oder anderen vielleicht wieder deutlich, wie wichtig uns Menschen, Beziehungen sind, wie sehr wir auf andere angewiesen sind, Nähe genießen, suchen. Das ist dann möglicherweise eine Chance der Krise: Sich auf das Wesentliche zu besinnen, den inneren Kompass vielleicht ein wenig neu justieren zu können. Bigger, better, faster, more – muss nicht immer der Weg zu „zufriedener“ sein.

Auch dafür ist diese Jahreszeit, ist die Zeit des eher besinnlichen Weihnachtsfestes und des dann folgenden Jahreswechsels sicher eine Chance: Eben „Besinnung“ auf das Wesentliche, auf die wirklich wichtigen Dinge: Die Familie, den Partner, die Freundinnen und Freunde, das Zusammensein mit Menschen, die uns lieb und wertvoll sind. Vielleicht ein Stückweit zur Ruhe kommen, das Gemeinsame dankbar genießen.

Ich wünsche Ihnen auch unter diesem Gesichtspunkt ein schönes, friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest. Bleiben Sie gesund und hoffnungsfroh. Ich grüße Sie herzlich.

Ihr
Christian Pakusch
Bürgermeister der Stadt Willich

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