Foto: Gebhard Bücker

Liebe Leserinnen und Leser von „Willich erleben“, eine neue Rubrik: In „Pakusch auf den Punkt“ wird sich ab sofort regelmäßig Ihr Bürgermeister zu Wort melden und seine Meinung sagen, eben „auf den Punkt“ bringen. Kein Grußwort wie zu Bürgerfesten, auch kein Editorial, das ja den Herausgebern von Willich erleben obliegt, sondern eine meinungsstarke Kolumne:

Mir ist es wichtig, die anstehenden Projekte in unserer Heimatstadt an dieser Stelle näher dar zustellen und Ihnen auch weitere Hinter gründe zu erläutern.

Thema heute: Die nun endlich zumindest greifbar werdende Verlängerung der Regiobahn S28, die bislang aus Düsseldorf kommend in Kaarst endet. Wortwörtlich seit Jahrzehnten haben sich der Kreis Viersen, sowie die Städte Willich und Viersen dafür stark gemacht, um eine bessere, schnellere und PKW-unabhängige Anbindung des Areals nach Neuss und Düsseldorf nicht nur für Pendler zu ermöglichen. Und kaum ist – endlich! – eine gemeinsame Absichtserklärung mit der Stadt Mönchengladbach, über deren Areal die Strecke ein Stück führen wird, unterschrieben, kommt es zu laut formuliertem Widerstand – aus Mönchengladbach.

Der andere Blickwinkel zeigt aber die Notwendigkeit: Wir müssen gerade bei Infrastrukturprojekten schneller werden. Sie, genauso wie ich, erwarten von der Politik und der Verwaltung Lösungen. Selbstverständlich müssen wir bei der Verwirklichung auf die Belange aller Rücksicht nehmen. Natürlich wird man darauf achten müssen, mit den dort entstandenen Naturflächen so behutsam wie möglich umzugehen und auch bei der Umsetzung des Radschnellwegs über Willich nach Krefeld (der auch ein Stückchen über die Trasse führt) mit der gebotenen Rücksicht auf die Natur, die sich einen Teil des Areals zurückerobert hat, zu arbeiten. Aber das Projekt ist auch und gerade in dieser machbaren Kombination „Bahn & Radschnellweg“ unter den Gesichtspunkten der Stärkung des ÖPNV und der Verkehrswende für die Region, ein Riesensprung nach vorne. Eben auch ökologisch.

Mit dem Kreis Viersen, der Stadt Viersen und der Stadt Mönchengladbach verhandeln wir auf Augenhöhe – sachlich, fachlich und lösungsorientiert. Offene Fragen müssen geklärt werden, Ängste genommen. Sicher ist: Auf der Strecke wird es keinen Güter verkehr geben. Aber, und das gehört auch zur Wahrheit dazu, wir müssen Kompromisse eingehen. Immer vor dem Hintergrund, das Beste für unsere Heimatstadt und die Region zu erreichen.   Planrechtlich ist das Projekt abgesichert: Das Areal samt Trasse wurde nie entwidmet, ist im Flächennutzungsplan als „Fläche für den Bahnverkehr“ vorgesehen. Mein Appell: Wenn uns der Klimaschutz und die Verkehrswende eine Herzensangelegenheit sind, dann müssen wir jetzt handeln. Und, das gemeinsam.

Das sollten alle im Blick haben – und in größeren Zusammenhängen denken, den Blick in die Zukunft richten. Es muss uns endlich gelingen, bei Infrastrukturprojekten schneller zu werden. Das gilt nicht nur bei der S28, sondern auch bei dem Ausbau der Anschlussstelle Münchheide.

Wir brauchen die Verlängerung der S28. Und ich werde, versprochen, weiter dafür kämpfen.

Ihr
Christian Pakusch