[Kommentar] – Stadt setzt absolutes Halteverbot auf der Bahnstraße nicht durch

Bahnstrasse-Parkverbot-Missachtung
Foto: Christian H.

Seit dem 30. Juni, 6:00 Uhr gilt ein absolutes Halte-/Parkverbot auf der Bahnstraße. Angeordnet und eingerichtet von der Stadt Willich. Sein Auto abzustellen ist bis zum 15. Juli, 18:00 Uhr tabu, so erklären es eindeutig die aufgestellten Schilder. Dies gilt für die gesamte Bahnstraße, von der Ecke Burg-/Mühlenstraße bis zum Kreisverkehr.

Nun mag man vermuten, das absolute Halte-/Parkverbot hängt mit Schützenfest zusammen. Der Schützenfest-feste Willicher weiß jedoch, das Fest findet nur vom 6. – 10. Juli statt. Warum also nicht vorher/nachher mal schnell, oder auch etwas länger, das eigene Auto dort abstellen?  Stört doch (noch) keinen.

Halteverbot-Bahnstrasse-Schuetzenfest
Foto: Willich erleben

Gefährliche Annahme, lebensgefährliche Annahme. Die Bahnstraße ist, um in Zeiten der laufenden Fußball-WM eine Parallele zu ziehen, in gewisser Weise aktuell ein ‚Ersatzspieler‘. Eingewechselt für den Schützenplatz. Dieser ist im ersten Job, wenn er nicht durch Kirmesfahrgeschäfte und Festzelt belegt ist, ein gesetzlich vorgeschriebener Behandlungsplatz für den „Massenanfall von Verletzten“.

Kommt es im ehemaligen Krankenhaus zu einem bestätigten, größeren Feuerwehr greift eine standardisierter Rettungsplan. Da die Zentrale Unterbringungseinrichtung im  ehemaligen Krankenhaus bis zu 450 Menschen aufnehmen kann, muss diese große Anzahl an Menschen im Ernstfall schnell und sicher aus der Gefahrenzone zu einem Sammelplatz gebracht werden – und im schlimmsten Fall sind Dutzende Menschen zu behandeln. Daher ist Ende 2015, Anfang 2016 auch die Rasenfläche auf dem Schützenplatz geschottert worden. Denn im Fall des Falles rücken bis zu 50 Krankenwagen sowie Dutzende Feuerwehr- und Spezialfahrzeuge an. Gleichzeitig. Die brauchen Platz, viel Platz. Während dem Schützenfest halt auf der Bahnstraße.

In der Zeit vor, während und nach dem Schützenfest – wenn der Schützenplatz schon oder noch belegt ist – ist die Bahnstraße dieser gesetzlich vorgeschriebener (Ersatz)Sammel-/Behandlungsplatz. Das absolute Halte-/Parkverbot ist also nicht darin begründet, damit die Schützen ungestört von der Parade ins Festzelt kommen. Es geht hier um absolut notwendige Sicherheit. Um Zweifel sogar um Menschenleben.

Was mich persönlich daher wundert und ratlos zurück lässt: Wenn dieser Ersatz-Sammelplatz benötigt wird, was ja jedem verständlich sein wird, warum darf dieser ungestraft zugeparkt werden? Die Stadt Willich stört diese latente Gefahr aktuell scheinbar nicht. Samstag, Sonntag und am heutigen Montag wurde wie gewohnt von vielen auf der Bahnstraße geparkt. Mal kurz, mal länger. Mal 5, mal 10, mal 15 Autos die dort (meist länger) standen. Das oben gezeigte Foto hat uns ein Willich erleben Fan heute Nachmittag (Montag) geschickt. Aufgenommen um 15:45 Uhr. 9 Autos die im absoluten Halte-/Parkverbot stehen. 9 Autos die möglicherweise im Ernstfall die Rettung und Behandlung von Menschen gefährden.

Nun mag man sagen: „Kamper, reg dich nicht auf!“ Doch, ein wenig aufregen muss, und ich finde, darf in diesem Fall sein. Im Jahr 2017, unmittelbar vor dem Schützenfest, habe ich die Stadt zweimal telefonisch darauf hingewiesen, dass dort massiv über Tage trotz Verbot geparkt wird. Die sinngemäße Antwort damals: „Was sollen wir machen, wir haben nur zwei Politessen und die sind bereits im Feierabend.“ Ich schluckte, aber man versprach mir dieses Jahr besser auf die Einhaltung – und damit auf die Sicherheit der Bewohner im Krankenhaus – zu achten. Nun ja, seit 3 Tagen wird dort geparkt….

Ein Kommentar von
Daniel Kamper / 
Gründer Willich erleben